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Deutsche Chemie sorgt für Exportüberschuss So machen Chemie- und Pharmaindustrie Deutschland zum Exportchampion

Autor / Redakteur: Nadine Oesterwind / Wolfgang Ernhofer

Deutschland die Exportnation: Auch die Chemie- und Pharmaindustrie tragen maßgeblich zu diesem internationalen Status bei. Deutsche Chemieunternehmen integrieren sich erfolgreich auf den Weltmärkten und profitieren von der internationalen Arbeitsteilung. Erfahren Sie hier, wie das weltweite Handelsvolumen gestiegen ist, wo die größten Exportmärkte für die deutsche Chemieindustrie liegen und welche Chemiesparten deutsche Konzerne am häufigsten ins Ausland verkaufen.

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Die Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland verfügt über einen erheblichen Exportüberschuss.
Die Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland verfügt über einen erheblichen Exportüberschuss.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

200 Milliarden Euro – ein Betrag der verdeutlicht, wie stark die deutsche Chemie mit der Weltwirtschaft verwoben ist. Unternehmen aus Deutschland exportierten 2018 chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse im Wert von fast 200 Milliarden Euro. Dies führt zu einem Exportüberschuss von ca. 56 Milliarden Euro. Der hohe Handelsüberschuss hebt die Wettbewerbsfähigkeit der Branche hervor und zeigt, dass sie die Vorteile der Globalisierung erfolgreich nutzen konnte.

In den letzten Jahren ist das weltweite Handelsvolumen der Chemie- und Pharmaindustrie signifikant gestiegen. Insgesamt sind Chemieverbrauch und -produktion stark globalisiert. Wichtiger Akteur in dem Zusammenhang ist die Welthandelsorganisation (WTO). Die WTO setzt eine Verrechtlichung der internationalen Handelsregeln um, überwacht deren Einhaltung und ist globale Streitschlichtungsinstanz. Sie setzt sich dabei auch mit den wichtigsten handelspolitischen Instrumente und Themenfelder auseinander.

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Heimatmarkt der deutschen Chemie ist nach wie vor Europa. Die meisten Exportgüter werden in andere europäische Mitgliedstaaten ausgeführt. Der größte außereuropäische Markt für die deutsche Chemie-und Pharmaindustrie ist die USA. Doch die aktuelle protektionistische und konfrontative Handelspolitik gefährdet die traditionell guten Handelsbeziehungen.

Während die Handelsbeziehungen zu Amerika für deutsche Unternehmen umständlicher werden, gewinnen Absatzmärkte in Schwellenländern zunehmend an Bedeutung. China ist mit dem größten Chemiemarkt der Welt besonders wichtig und nimmt eine zentrale Rolle ein. Deutschland exportiert ca. zehn Prozent der chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse in das asiatische Land.

Doch welche Güter exportiert die Branche am meisten? Ungeschlagen und mit weitem Abstand zu den anderen Sparten liegen Pharmazeutika auf Platz eins der deutschen Chemieexporte. Weltweit wächst der Markt für pharmazeutische Erzeugnisse dynamisch. Vor allem die deutschen Pharmaexporte nach Nordamerika sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Mit jeweils einem Exportanteil von über 20 % sind ebenfalls Organika und Spezialchemikalien für Deutschland wichtige Exporterzeugnisse der Branche. Konsumchemikalien (6,3  %) und Anorganika (5,1 %) machen gerade einmal knapp über zehn Prozent der chemischen Exportgüter aus. Insgesamt zeigen die Exportquoten und die globalisierte deutsche Chemieindustrie wie stark die deutsche Chemie international vernetzt ist.

* Die Autorin ist Mitarbeiterin bei PROCESS.

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