Schmelzextrusion

Schmelzextrusion verbessert die Bioverfügbarkeit schwerlöslicher Wirkstoffe

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löslich ein Wirkstoff ist und je besser er von den Zellen des Absorptionsorts (Magen-Darm-Trakt, Schleimhäute, Haut, usw.) aufgenommen und in die Blutbahn überführt, also resorbiert wird.

Je nach Löslichkeit und Zellgängigkeit (Permeabilität) lassen sich die Wirkstoffe mithilfe des biopharmazeutischen Klassifizierungssystems (BCS) in vier Klassen einteilen. 40 Prozent der derzeit angebotenen Medikamente haben ein Löslichkeitsproblem. Bei Neuentwicklungen liegt dieser Prozentsatz sogar bei 95 Prozent. Denn durch das in der Industrie angewendete Wirkstoffscreening am Computer gehen überwiegend lipophile Wirkstoffe in die Entwicklung, weil diese besonders gut mit dem jeweiligen Wirkort wechselwirken. Doch je lipophiler eine Substanz ist, desto schlechter löst sie sich im wässrigen Medium des Magen-Darm-Trakts.

Biopharmazeutika machen gegenwärtig 16 Prozent des Arzneimittelumsatzes und 15 bis 25 Prozent der jährlich neu eingeführten Arzneimittel in Deutschland aus. Sie werden überwiegend parenteral, meist durch Spritzen in die Vene, verabreicht. Bei peroraler Applikation, also über den Mund, würden sie meist schon im Magen-Darm-Trakt verdaut, inaktiviert und zudem schlecht resorbiert werden. Neue modulare Formulierungssys-teme von Evonik erlauben es, auch für kleine und mittelgroße Biopharmazeutika peroral anwendbare Formulierungen zu entwickeln.

Bessere Löslichkeit durch Schmelzextrusion

Die Löslichkeit und die Lösungsgeschwindigkeit fester Arzneimittelsubstanzen hängen von unterschiedlichen physikalisch-chemi-schen Parametern ab und lassen sich über geeignete galenische Formulierungen verbessern. So erhöht eine vergrößerte Oberfläche, die beim Vermahlen zu Mikro- und Nanometer großen Teilchen (Mikronisieren) entsteht, die Lösungsgeschwindigkeit. Manche Arzneistoffe lassen sich dann aber schlechter benetzen und zeigen dadurch keine Verbesserung der Lösungsgeschwindigkeit.

Die Kristallisationsform beeinflusst ebenfalls die Löslichkeit. So löst sich ein amorpher Wirkstoff im Allgemeinen besser als ein kristalliner, ist aber eher instabil. Er neigt dazu, zu rekristallisieren, also wieder die thermodynamisch stabilere Form anzunehmen. Manche Wirkstoffe lassen sich durch Komplexierung etwa als Cyclodextrin-Einschlussverbindung lösen, andere wiederum durch Zugabe von Emulgatoren.

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