Gefriertocknung Retrofit von Gefriertrocknungsanlagen – ein Leitfaden zur Bewertung und Entscheidung
Nicht immer muss es eine neue Anlage sein, insbesondere bei Gefriertrocknungsanlagen lohnt sich oft eine Modernisierung. Wann ein Retrofit die bessere Alternative ist, zeigt dieser Leitfaden.
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Gefriertrocknungsanlagen gehören mit einer Nutzungsdauer von mindestens 15 Jahren zu den Geräten im Labor- und Produktions-Bereich, die für Modernisierungsmaßnahmen prädestiniert sind. Die Anlagenkomponenten Trocknungs- und Eiskondensatorkammer, Stellflächen und Rahmengestell haben eine im Vergleich zu anderen Elementen wesentlich längere Lebensdauer und machen zudem den Hauptanteil der Materialkosten einer Gefriertrocknungsanlage aus. Das heißt, Retrofit-Maßnahmen können wirtschaftlich eine attraktive Alternative zur Anschaffung einer neuen Gefriertrocknungsanlage sein.
Beweggründe sind vielfältig
Die Beweggründe für Retrofit-Maßnahmen von Gefriertrocknungsanlagen sind ganz unterschiedlich. Neben neuen gesetzlichen Bestimmungen und Behördenanforderungen sind als Kriterien die Ersatzteilsituation, die Erhöhung des Automatisierungsgrads und damit einhergehende funktionale Erweiterungen sowie mögliche Energieeinsparungen in die Bewertung einzubeziehen.
Dazu gehört beispielsweise die DIN-Norm EN378, die seit der Änderung 2009 für Kälteanlagen und Wärmepumpen die Anforderungen an Sicherheit und Umweltschutz regelt und eine Liste nicht mehr zulässiger Kältemittel (R22, R502, R13B1 oder deren Gemische) enthält. In Gefriertrocknungsanlagen zulässig sind z.B. die Kältemittel R404A sowie ISCEON89. Auch die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist neu überarbeitet worden und verpflichtet den Anlagenbetreiber bei Änderungen an der Anlage (Fortfall des Bestandsschutzes) für seinen Prozess bzw. sein Verfahren eine Risikobetrachtung zu erstellen.
Unterschiedliche Behördenanforderungen
Veränderte Behördenanforderungen können seitens des Europäischen Arzneimittelbuchs, des FDA Guidance for Industry oder des EU-GMP-Leitfaden: Annex 1 (Herstellung steriler Arzneimittel), Annex 11 (Computergestützte Systeme), Annex 14 (Arzneimittel aus menschlichem Blut) bestehen.
Die Ersatzteilsituation betrifft die Mechanik, also beispielsweise mechanische Bauteile (Kältemaschinen, Expansionsventile) oder Betriebsstoffe (z.B. Wärmeträgermedien), sowie die Elektrotechnik in Form von elektromechanischen Bauteilen (Schaltgeräte), Steuerungen (Siemens S5, herstellerspezifische Steuerungen), PC-Hardware sowie Software (PC-Betriebssysteme und darauf basierende Visualisierungssoftware).
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