Produktion hochkomplexer Antikörper Rentschler Biopharma erweitert Kapazitäten für Biopharmazeutika in Deutschland

Redakteur: Alexander Stark

Während Deutschland bei der Anzahl der biopharmazeutisch produzierten Wirkstoffe, die in der EU zugelassen sind, einen beachtlichen zweiten Platz hinter den USA einnimmt, fällt das Land im globalen Vergleich bei den Produktionskapazitäten auf Platz fünf zurück. Rentschler Biopharma setzt deshalb mit 2000-Liter Bioreaktoren auf den Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland.

Firmen zum Thema

Rentschler Biopharma baut die Produktion hochkomplexer Antikörper am Biotech-Standort Deutschland aus.
Rentschler Biopharma baut die Produktion hochkomplexer Antikörper am Biotech-Standort Deutschland aus.
(Bild: Rentschler Biopharma)

Laupheim – Antikörpertherapien sind aus der Palette der verfügbaren Therapieoptionen, mit denen schwere und chronische Krankheiten behandelt werden, nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger sei es, dass in Deutschland sowohl eine hohe Kompetenz bei der Arzneimittelentwicklung als auch bei der Bioprozessentwicklung und Produktion von Antikörpern zu therapeutischen Zwecken vorhanden ist, erklärt Dr. Frank Mathias, CEO von Rentschler Biopharma, anlässlich der Vorstellung des jährlichen Branchenreports „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2021“ von Boston Consulting Group (BCG) und vfa bio in Berlin. Für zusätzliche Kapazitäten will das Unternehmen deshalb mit einer 2000-Liter Bioreaktorkapazität sorgen. So soll die steigende Nachfrage nach komplexen Antikörpern – biopharmazeutischen Medikamenten mit weiterhin sehr hohem Potenzial – sichergestellt werden.

„Für die meisten, aktuell in der Entwicklung befindlichen Biopharmazeutika bietet dieser Maßstab maximale Flexibilität sowohl in der klinischen Entwicklung als auch im kommerziellen Bereich und ist für unser Geschäftsfeld bei Rentschler Biopharma somit die optimale Plattform“, erläuterte Dr. Frank Mathias. „Wir fokussieren uns darauf, unsere Kunden bei der Entwicklung hochkomplexer Moleküle zu unterstützen und sie sicher und in höchster Qualität herzustellen. Damit tragen wir maßgeblich zur Versorgung schwerstkranker Patienten bei.“

Aus der Herstellung von mehr als 110 verschiedenen therapeutischen Proteinformaten, darunter monoklonale oder multispezifische Antikörper sowie Antikörperderivate, verfügt Rentschler Biopharma über umfassendes Entwicklungs- und Produktions-Knowhow in dieser zukunftsweisenden Technologie. Die tragende Rolle von Antikörpern in der modernen medikamentösen Versorgung für schwere oder chronische Krankheiten zeigt sich auch in der Anzahl der Moleküle, die bis Ende 2020 zugelassen wurden: Wie der Biotech-Report verdeutlicht, waren in Deutschland fast 1/3 der neu zugelassenen Wirkstoffe Antikörper. Auch in den nächsten Jahren wird diese Technologieplattform weiter an Bedeutung gewinnen: Mit 65 % der Kandidaten in den verschiedenen klinischen Entwicklungsstadien nehmen rekombinante Antikörper das Gros der erprobten biopharmazeutischen Substanzen ein.

„Mit Blick sowohl auf die Präparate in der Pipeline, die bisher zugelassenen Antikörper, aber auch auf die Erfahrungen, die wir in der Pandemie und vorher mit den weltweit verzweigten Wertschöpfungsketten gemacht haben, müssen wir sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen optimal mit diesen innovativen Therapien versorgt werden können. Hier sollte Deutschland seine großartigen Voraussetzungen als Chance begreifen, weiter investieren und so auch in Zukunft eine weltweit führende Rolle einnehmen,“ erklärte Dr. Frank Mathias das Vorhaben des Unternehmens, einen neuen 2000-Liter Bioreaktor speziell für die Produktion von neuartigen Antikörpertherapien oder für andere Wirkstoffe gegen schwere oder seltene Krankheiten einzusetzen.

(ID:47487166)