Suchen

Katalanische Unabhängigkeitsbestrebungen

Quo vadis Chemie in Katalonien?

Seite: 4/4

Firmen zum Thema

Angesichts der großen wirtschaftlichen Bedeutung steigt in den Konzernzentralen deutscher Chemie- und Pharmaunternehmen jedenfalls der Sorgenfaktor - auch wenn man in der aktuellen Situation der Presse gegenüber keine Stellungnahme abgeben will. „Kein Kommentar zum jetzigen Zeitpunkt“, heißt es unisono. Doch hinter vorgehaltener Hand ist von großer Sorge zu hören, ob und wie sich die politische Instabilität auf die eigenen Standorte auswirken könnten. Hinter verschlossenen Türen suchen auch Unternehmensstrategen überzeugende Argumenten, um den Konflikt schnellstmöglich zu entschärfen und die eigenen Investitionen zu sichern.

Internationaler Großanlagenbau GROAB ist eine Datenbank für den internationalen Großanlagenbau und bietet detailierte Informationen zu weltweiten Projekten aus über 13 Kategorien (Raffinerien, Erdöl-/Erdgasförderung, Energie/Kraftwerke, ...). Mindestens 15 neue und aktualisierte Projekte werden von uns jede Woche eingepflegt. Jetzt mehr zu GROAB erfahren und kostenlosen Testaccount erstellen.

Standortverlagerung sind – abgesehen vom angesprochenen MDI-Beispiel – angesichts einer derart starken Infrastruktur-Vernetzung und gegenseitigen Abhängigkeit im Chemiepark Tarragona für die hochinvestiven Produktionsstätten offensichtlich keine realistische Option. Bei administrativen Tätigkeiten – etwa bei den in Barcelona ansässigen Landeszentralen von Henkel oder Lanxess – könnte die Schmerzgrenze unter Umständen weniger stark ausgeprägt sein.

Weltkongress der Chemieingenieure in Barcelona

Diskussionen rund um das heikle Thema auch auf den Gängen der Chemiemesse Expoquimia, die just vergangene Woche in Barcelona parallel zum 10. World Congress of Chemical Engineering (kurz WCCE10) ihre Tore öffnete. Neben der wichtigsten spanischen Chemiemesse hatten sich in Barcelona drei Vereinigungen, das World Chemical Engineering Council (WCEC), die European Federation of Chemical Engineering (EFCE) sowie die European Society of Biochemical Engineering Sciences (ESBES) zu einem großen Kongress der Chemieingenieure zusammengefunden. Diese Konstellation sei eine einmalige Chance, um Wissenschaftler und Experten aus der Praxis in praktisch allen Disziplinen der Chemischen Verfahrenstechnik zu treffen und innovative Prozesse für die Zukunft zu entwickeln.

Dafür, so ließen die Organisatoren im Vorfeld des Kongresses wissen, sei Barcelona nicht nur mit seiner privilegierten Lage am Mittelmeer, sondern auch mit seinem kulturellen Erbe der ideale Fortschrittsstandort in Spanien. Doch angesichts der aktuellen Ereignisse dürften auch die aus aller Welt angereisten Experten sich nicht nur mit fachlichem Diskurs begnügt haben. In den Pausen sollen immer wieder auch Diskussionen zum Für und Wider und über die Folgen einer Abspaltung Kataloniens stattgefunden haben. Die Chemie kann ja bekanntlich beides ermöglichen: spalten und verbinden.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44935582)

Über den Autor