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Katalanische Unabhängigkeitsbestrebungen

Quo vadis Chemie in Katalonien?

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Dabei sind - wie man bei AEQT betont - die Chemie- und Petrochemie-Anlagen Tarragonas hochgradig untereinander vernetzt. Etwa ein Drittel der produzierten Stoffe werden in den unterschiedlichen Werken des Chemiestandorts weiterverarbeitet. Der überwiegende Teil der produzierten Stoffe geht über den Hafen in die EU, lediglich etwa 25 % werden für die globale Produktion verschifft.

BASF und Covestro mit mehreren Standorten

Chemie-Branchenprimus BASF ist in Katalonien gar an sechs unterschiedlichen Orten ansässig. Neben Barcelona, Castellbisbal, Hospitalet, Rubí und Canovelles haben die Ludwigshafener in Tarragona erst Ende letzten Jahres eine neue, fünfte Produktionslinie für Fungizide in der Formulierungsanlage in Betrieb genommen. 21 Millionen Euro investierte man in den Neubau. Damit konnte die Fungizidproduktion vor Ort im Vergleich zu den aktuellen Kapazitäten um 25  % gesteigert werden. Der Standort beherberge damit die drittgrößte Formulierungsanlagen der BASF weltweit – nach denen in Brasilien und in Nordamerika, heißt es auf BASF-Seite. 30 neue Arbeitsplätze wurden in der neuen Produktionsanlage geschaffen.

Auch Covestro, die ehemalige Bayer Material Science-Sparte, verfügt in Tarragona über diverse Standorte. Der Werkstoffhersteller produziert hier MDI als wichtige Hartschaum-Komponente und hatte erst vor knapp einem Jahr seine ursprünglich für Ende 2017 angedachte Schließung einer 170.000 Jahrestonnen-Anlage aufgrund einer großen Marktnachfrage bis auf Weiteres ausgesetzt.Grund für die beschlossene Schließung, von der rund 120 Arbeitsplätze betroffen wären, sind nicht wettbewerbsfähige Produktionskosten. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, denn auf Dauer scheint die in Tarragona produzierende MDI-Anlage inkl. der für diesen Prozess notwendigen Chlorproduktion nicht mehr konkurrenzfähig.

Darüberhinaus verfügt der Werkstoffhersteller über weitere Aktivitäten am Standort: das Polyurethan-Systemhaus vor Ort, die Salzsäure-Logistik sowie Infrastruktureinrichtungen, die auch anderen Firmen im Chemiepark zur Verfügung stehen. Als Salzsäure-Logistikzentrum für Gesamt-Spanien soll der Chemiepark neue Entwicklungschancen bekommen, so die Erwartungshaltung des Leverkusener Konzerns.

Bei Covestro sieht man durch den möglichen Aufbau eines Salzsäure-Logistikzentrums gute Chancen, die Geschäftsbeziehungen im Salzsäuremarkt Spaniens fortzuführen. Salzsäure kommt beispielsweise bei der Aufarbeitung von Erzen und in der Metallverarbeitung sowie bei der Wasseraufbereitung zum Einsatz.

Hier finden Sie den Link zu weiteren Detailinformationen über den Chemiepark: https://chemicalparks.eu/parks/aeqt-tarragona-chemical-cluster

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