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Katalanische Unabhängigkeitsbestrebungen

Quo vadis Chemie in Katalonien?

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Nach dpa-Meldungen sind über 40 % von etwa 1300 deutschen Firmen in Spanien in Katalonien ansässig. Darunter Chemieunternehmen wie BASF, Bayer, Evonik, Covestro, Lanxess, Wacker oder Henkel. Auch weitere internationale Branchen-Player wie Dow-Dupont, Clariant, Shell, Kemira, Celanese, Lyondell Basell, Sekisui Chemicals, die Ineos-Tochter Inovyn, Generikahersteller Sandoz oder der spanische Ölkonzern Repsol sitzen mit Landeszentralen, Forschungsstandorten und Raffinerien sowie Produktionswerken in der hoch-industrialisierten Region.

Tarragona: Spaniens Chemieherz

Synonym für Spaniens Chemie steht seit Jahrzehnten die mehr als 130.000 Einwohner zählende Provinzstadt Tarragona, südlich von Barcelona. Im dortigen Chemiepark hat sich das Who is Who der internationalen Chemie- und Petrochemie angesiedelt. Inzwischen arbeiten mehr als 10.000 Menschen in einem Chemie-Cluster, der aus einem räumlichen getrennten nördlichen und einem südlichen Teil besteht, und von der Associació Empresarial Quimica de Tarragona (kurz AEQT)gemanagt wird. Weitere Tausende von Jobs sind mit dem Chemiepark direkt oder indirekt verbunden.

Über Straßen und Pipelines ist das Chemiecluster mit den Terminals am Industriehafen der Stadt verbunden. Dort werden die importierten Rohstoffe (Rohöl und Erdgas) zur Weiterverarbeitung angeliefert. Das Erdgas wird als LNG an verschiedenen Vergasungsanlagen entlang der Küste um Barcelona und Cartagena aufbereitet. Gleichzeitig wird der Chemiepark über zwei Pipelines, über die Pyrenäen aus dem französischen Lacq sowie über eine Pipeline von Argelia, Spanien, kommend, mit Erdgas versorgt. Die Pipelines sind Bestandteil des übergeordneten spanischen Ergas-Versorgungsnetzwerkes.

Nach AEQT-Betreiberangaben ist das Großareal um Tarragona Spaniens größter Chemie- und Petrochemie-Standort und Europas drittgrößter Standort für die Ethylen-Produktion. Über den Hafen werden die Werke nicht nur mit Rohmaterial versorgt sondern auch der Export nach Europa und in die Welt gemanagt. Tarragona steht für jährlich rund 21 Millionen Tonnen petrochemischer Grundstoffe, organische und anorganische Chemieerzeugnisse und Polymere sowie chemische Zwischenprodukte aber auch Spezialitäten- und Feinchemie.

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