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Experten-Tipps auf dem 15. Pumpen-Forum

Pumpen auslegen und betreiben – bitte immer mit Blick auf die gesamte Anlage

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Ringkolben-, Druckluftmembranpumpen und Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen

Ringkolbenpumpen für den sicheren Transfer von Flüssigkeiten wie Isocyanate, Additive und Lösemittel unter Atex-/TA-Luft-Anwendungen empfahl Rudolf Voland, Senior Regional Manager, PSG Mouvex. Vorteil der Ringkolbenpumpe: Sie ist hermetisch dicht, ohne Gleitringdichtung, ohne Magnetantrieb. Ein doppelwandiger Faltenbalg mit Gasfüllung zwischen den Wandungen sorgt für eine hermetische Abdichtung und ein präventives Signal bei einem Bruch. Die Pumpe saugt selbst trocken an, erzeugt bereits ohne Medium ein hohes Vakuum.

Druckluftmembranpumpen sind bestens geeignet für einen Einsatz im Ex-Bereich – es gibt keinen elektrischen Antrieb, und Druckluft ist ganz sicher unkritisch. Hier sei übrigens das Thema Schwingungen weniger kritisch, jeder gehe bei einer oszillierenden Verdrängerpumpe von Schwingungen aus und beachte das bei der Planung der Anlage bzw. der Rohrleitungen, wie Peter Schüten von Almatec Maschinenbau berichtete. PSG Almatec offeriert als Besonderheit eine Kunststoffpumpe in massiver Blockbauweise – für eine hohe Stabilität und Steifigkeit.

Bernd Wenckebach (Sihi Flowserve) lenkte den Blick auf die Welt von Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen. Diese arbeiten stets im Grobvakuum (zwischen 1 und 1000 mbar). Als Betriebsflüssigkeit zum Verdichten des Gases und zum Abführen der Temperatur kann jedes Medium genommen werden, also beispielsweise Wasser oder Öle. Der Vorteil dieses Pumpentyps: es ist eine nahezu isotherme Verdichtung des Gases möglich. Zudem fördert die Pumpe auch Dämpfe, geringe Anteile an Flüssigkeit sind zulässig. Eine Variante sind Flüssigkeitsring-Kompressoren, sie verdichten bis über 11 bar. Der Wirkungsgrad von Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen ist weniger beeindruckend, er erreicht gerade einmal 40 %.

Schon einmal etwas über Erosionskorrosion gehört?

Erosionskorrosion ist ein Werkstoffabtrag infolge von mechanischem Oberflächenabtrag (Erosion) und Korrosion, wobei die Korrosion durch Zerstörung von Schutzschichten als Folge der Erosion ausgelöst wird. Frank Hoffmann von Siccast beschrieb diese Erscheinung als Kombination aus einem chemischen und abrasiven Angriff durch Medien, die sowohl mit Feststoffen als auch mit Säuren bzw. Laugen belastet sind. Dazu empfiehlt er den Werkstoff Siccast, eine Kombination aus 82 % SiC und 18 % Epoxidharz. Ergebnis ist ein nicht-metallischer Werkstoff, der deshalb absolut korrosionsfrei ist und gegenüber Abrasion eine gute Beständigkeit zeigt. Bekannte Anwender sind Düchting Pumpen und Klaus Union. Wird der Werkstoff beim Re-engineering (Beschichtung) beispielsweise von Laufrädern eingesetzt, fallen nur etwa 1/3 der Neukosten an.

Umsetzung der Anforderungen der TA-Luft im Bereich Pumpen

Neue Anlagen sind gemäß TA-Luft zu konzipieren; Bestandsanlagen haben Bestandsschutz – es wird noch Jahre dauern, bis alle Altanlagen umgerüstet sind (Pumpen, Armaturen, Flansche, Dichtungen, Rohrleitungen). Andre Losemann (Hexion) berichtete über die Umsetzung der Anforderungen der TA-Luft im Bereich Pumpen. Das ist für diesen Hersteller von Spezialchemikalien bei ca. 600 am Standort installierten Pumpen ein wichtiges Thema, fallen doch rund 190 Kreiselpumpen, Zahnradpumpen, Schraubenverdichter, Flüssigkeitsring-Vakuumpumpen und Membranpumpen unter die regulatorischen Vorgaben.

Im Rückblick stellt Losemann fest, dass der Austausch nicht mehr zulässiger Komponenten für ein KMU einen erheblichen finanziellen und personellen Aufwand bedeutet. Als Herausforderung nannte er, dass nicht selten die Dokumentation fehle (häufig der Fall bei US-Herstellern – „TA-Luft – what’s that?“). Aufgrund der guten Erfahrungen mit Magnetkupplungspumpen arbeitet er nur in wenigen Fällen mit Pumpen mit doppelwirkender Gleitringdichtung (insbesondere wegen des hohen Überwachungsaufwandes). Sein Rat: Unternehmen sollten sich früh und intensiv auf die Jahresgespräche mit den Behörden vorbereiten.

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