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Experten-Tipps auf dem 15. Pumpen-Forum

Pumpen auslegen und betreiben – bitte immer mit Blick auf die gesamte Anlage

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Aus dem Alltag von Pumpen-Experten

Peter Kämper (Pumpentechnik Bass) könnte sich im Grunde als Dienstleister lächelnd zurücklehnen – er profitiert ja davon, wenn Pumpen ausfallen. Doch auch er beklagt, dass es bei den Betreibern immer weniger Fachstellen für Pumpen gibt, die Instandhaltung dadurch zum Teil sträflich vernachlässigt werde – das reiche bis hin zur Anlagengefährdung.

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„Die Praxis zeigt uns, dass sich speziell in der Großindustrie die Instandhaltungsphilosophie in den letzten Jahren maßgeblich verändert hat. Sogenannte strategisch erforderliche Optimierungsmaßnahmen im Bereich der Instandhaltung führen mittelfristig nicht selten zu einer Personalreduzierung, zum Know-how-Verlust in der Instandhaltung, aber auch beim Betriebspersonal und den Planungsfachabteilungen. Resultat sind schlecht geplante oder unzureichend umgesetzte Instandhaltungskonzepte.“ Das Ergebnis entspreche dann meist nicht der erwarteten Kostenreduktion, sondern führe häufig zu steigenden Instandhaltungskosten sowie einem erhöhtem Risiko für ungeplante Anlagenstillstände oder Totalausfälle!

Kämpers Rat: Wer Personal abbaut, sollte auf Standardisierung setzen; das reduziere die Pumpen-Vielfalt und die Zahl der Ersatzteile. Und das Know-how zumindest für Standardpumpen sei einfacher zu erhalten. „Das Produktionspersonal muss Grundkenntnisse über die Funktionsweise der Pumpen haben und wissen, was zu Schäden führt!“

Erste Fehler schon bei der Montage

Für Manfred Thamm von Bayer Pharma ist klar: „Pumpen, die vorzeitig ausfallen, sind nicht richtig gewählt, sind nicht richtig repariert, sind nicht richtig montiert, werden nicht bestimmungsgemäß betrieben.“ In seinem Unternehmen sind rund 3500 Pumpen installiert, 800 bis 900 Reservepumpen liegen bereit, weil jeder Tag Produktionsausfall bis zu 250.000 Euro kosten kann. „Die meisten Pumpen-Ausfälle werden durch Veränderungen des Fördermediums oder durch Veränderung der Verfahrensweise verursacht“, weiß Thamm.

Schon bei der Montage können die ersten Fehler gemacht werden, die bei der Inbetriebnahme zum Ausfall führen: Rohrleitungen werden verspannt an die Pumpe angeschlossen, so dass sich das Gehäuse verzieht und Lagerspiele nicht mehr stimmen. Oder Pumpe und Motor sind schlecht ausgerichtet. Ein weiterer Fehler: Schweißperlen, Sand, Rückstände etc. wurden vor Inbetriebnahme der Pumpe nicht aus den Rohrleitungen entfernt. Anfahrsiebe sind zwar vorhanden, werden aber nicht gereinigt (Kavitation, Trockenlauf).

Thamm bevorzugt wo immer möglich den Einsatz einer Verdrängerpumpe, weil dieser Pumpentyp nie Probleme mit der Förderhöhe habe: „Der Verdränger will das Medium immer loswerden!“ Sein Fazit nach den Erfahrungen aus vielen Jahren: „Die Pumpen sind alle gut, man muss ihnen nur eine Chance geben!“

Wie kann man die Energieeffizienz einer Abwasserpumpe erhöhen, ohne deren Funktionalität zu beeinträchtigen? Antworten gibt’s auf der nächsten Seite.

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