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PAM ist ein strategisches Arbeitsfeld
Heute sei PAM für Endress+ Hauser deshalb „kein Feature mehr, sondern ein strategisches Arbeitsfeld“. Ziel sei es, so stimmen Gampp und Rist überein, durch Diagnose und vorbeugende Instandhaltung den Wert einer Anlage nicht nur zu erhalten, sondern zu steigern, und das über den gesamten Anlagenlebenszyklus hinweg.
Process-Performance-Optimierung heißt das Zauberwort, das für Gampp ein „High-Level-PAM“ auszeichnet. Dieses hebt sich deutlich von dem „pragmatischen Level“ ab, auf dem nach wie vor viele Anwender verharren: der Beschränkung auf die zentrale Inbetriebnahme eines Feldgerätes und die bloße Dokumentation und Verwaltung der Informationen. Im Betrieb selbst wird das PAM noch zu oft schlichtweg vergessen. Doch lediglich über den Prozess informiert zu sein, reicht eben nicht aus. „Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diese Infomationen zu analysieren und daraus kurz-, mittel- und langfristige Handlungsanweisungen oder -empfehlungen abzuleiten, um eine Anlage optimal zu betreiben“, so Gampp.
Empfehlung der Experten: Digitalisierung
Die Empfehlung der beiden Experten Gampp und Rist geht konsequent zur Digitalisierung. „Diejenigen Anwender, die digitale Geräte betreiben, bereuen es nicht“, lautet die Erfahrung von Gampp, und Rist betont: „Heute wandert immer mehr Sensorik in die Geräte. Und wenn ich ein Gerät habe, dass sich selbst überwachen kann, dann sollte es das auch tunlichst tun.“ Auma hat die Diagnosemeldungen seiner Drehantriebsbaureihe der Generation .2 ebenfalls nach der Namur-Empfehlung NE 107 kategorisiert.
Die Achema haben die Aktorik-Spezialisten genutzt, um die Zukunftsfähigkeit dieser Antriebe zu präsentieren, u.a. wurde die Diagnosefähigkeit erweitert. So enthalten die Antriebe jetzt einen Sensor zur Messung von Vibrationen auf der Armatur. Eine Diagnosesoftware gibt eine Meldung aus, sobald Schwingungen den zulässigen Grenzwert des Antriebs überschreiten. Geräteausfällen wird damit rechtzeitig vorgebeugt.
Wie weit der Weg zur Digitalisierung allerdings tatsächlich noch ist, zeigt der nüchterne Blick auf den Status quo: Nahezu 90 Prozent aller verbauten Feldgeräte sind 4...20 mA oder Hart-Geräte, und ein Großteil der Anwender nutzt das Hart-Signal lediglich zur Inbetriebnahme. „Mit einem 4...20 mA-Hart-Feldgerät ist der Zugang zu wirklich performantem PAM nur eingeschränkt möglich“, macht Gampp unmissverständlich klar. „Natürlich sagen wir jetzt nicht jedem Anwender, wirf deine 4...20 mA-Geräte raus, state-of-the-art ist Profibus oder Foundation Fieldbus. Aber das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen hat der Anwender erst durch digitale Feldgerätekommunikation.“
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