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Wie Anlagenplanung, Betriebsdokumentation und die Planung von Optimierungen und Anlagenerweiterungen heute auf einer einzigen Plattform realisierbar sind, das erläuterte Andreas Geiss, Vice President Comos Industry Solutions bei Siemens Industry Automation, zusammen mit Jürger Bürger von Infracor. Die Betreibergesellschaft des Chemieparks Marl plant mit Comos seit 2004 verfahrenstechnische und energietechnische Anlagen für vier Unternehmen mit unterschiedlichen Anlagenstrukturen und divergenten Anforderungen. „Comos garantiert eine konsistente Dokumentation der gesamten Anlage und ermöglicht so ein reales gleichzeitiges Arbeiten an laufenden Projekten“, so Jürgen Bürger.
Geiss gab auf dem Kongress bekannt, dass Siemens den 3D-Spezialisten VRcontext übernimmt. Mit der Produktfamilie Walkinside wird die Softwarelösung Comos für ganzheitliches Anlagenmanagement um eine 3D-Visualisierungs- und Trainingssoftware ergänzt, die den schnellen Zugriff auf 3D-Engineering-Daten aus dem Basic- und Detail-Engineering sichert. Bidirektional ist Comos mit Walkinside über eine Standardschnittstelle verknüpft. Dabei fungiert Comos als globales Datenzentrum, die Anlagedaten stehen in allen Lebenszyklen für Planungszwecke, zur Überwachung, für den Betrieb und auch für Schulungen aktuell als 3D-Modell zur Verfügung.
Integration von Contractoren
Operational Engineering bedeutet bei der BASF das betriebsnahe Engineering im Bestand. Dabei liegt ein Großteil der Projekte unter zwei Millionen Euro. Jährlich plant das Engineering allein im Werk Ludwigshafen rund 600 km neue Rohrleitungen, aktuell sind 450 Projekte in der Planung oder Realisierung. Aufgrund der Vielzahl an Änderungen in den Bestandsanlagen ist für die BASF das digitale Modell äußerst wichtig, damit alle Änderungsplanungen nahe an der Realität bleiben.
Wie die BASF externe Contractoren in die Digital Plant integriert, darüber referierte Axel Franke. Wichtiger noch: Er befragte das Podium, wo denn die Contractoren als Partner der BASF der Schuh drücke? Er drückt an manchen Stellen, vielfach aber hier:
- Gewünscht wird eine Standardisierung im graphischen Bereich bei der Darstellung von Komponenten im P&ID.
- Man beklagt den ‚fliehenden Status‘ bei Projekten, fehlende aktuelle Daten (Datenqualität und Datenkonsistenz).
- Gewünscht werden saubere Vorgaben, was wann an Ergebnissen erwartet wird.
Eine Optimierung in diesen Punkten würde beiden Seiten gut tun: Jegliche Effizienzsteigerung bei Planungs- und Montageleistungen in Brownfield-Projekten bietet erhebliche Kostenvorteile – Franke sieht ein Einsparpotenzial von 30 Prozent.
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