Digital Plant Kongress 2012

Perspektiven der digitalen Anlage auf dem Digital Plant Kongress 2012

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Wissen statt Suchen

Das von Professor Urbas angestoßene Thema zog sich wie ein roter Faden durch viele Vorträge und auch Diskussionen: Um eine Anlage zukunftskompatibel zu machen, sind eine ständige Pflege der Anlagedaten und die Dokumentation des As-built-Zustandes unabdingbar.

Das Thema „Erhalt des Wissens“ war vielen Referenten ebenfalls wichtig – so auch im Tandem-Vortrag von Karsten Becker (Holcim) und Martin Imbusch (Aucotec). Die von Becker geschilderte Ausgangssituation: Früher waren die Planungsteams klein und eng miteinander verbunden, sie hatten ein gemeinsames Verständnis der Anforderungen. Heute gibt es immer neu zusammengestellte Teams, die auch über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten – da wird das Suchen und Finden von Daten oft zu einem Problem.

Becker: „30 Prozent unserer Dokumentenzugriffe waren deshalb nicht erfolgreich, weil sie falsch abgelegt wurden, verschwunden waren oder sich in Bearbeitung befanden“. Er ist davon überzeugt, dass die Aktualität der technischen Dokumentation direkt mit der Mitarbeitereffizienz verbunden ist: „Aus 92 Prozent Daten-Konsistenz folgen 50 Prozent Effizienz der Mitarbeiter.“ Deshalb sei integriertes Wissensmanagement unabdingbar.

Präsentiert wurde eine Branchenlösung für die Zementindustrie auf der Basis von Engineering Base, die den kompletten Workflow abbildet. Auf großes Interesse im Podium stieß, dass die Installation auch das Tendering, also das Ausschreiben und Beschaffen umfasst: Die Zulieferer erhalten das Tendering elektronisch und geben ihre Angebote auf diesem Weg auch wieder zurück. Der große Vorteil für das ausschreibende Unternehmen ist, dass dieses einen unmittelbaren und automatisierten Vergleich der Angebote erhält.

Ergebnis: Heute muss Holcim nur noch 50 Prozent der Kosten aufwenden, die das Engineering früher kostete. Das liege vor allem an der klaren Datenlage, die Wissensverluste mindere und frühere Fehler vermeide. Unabdingbar für einen solchen Erfolg ist laut Becker eine Veränderung der Arbeitsweise. Die Mitarbeiter müssen das Planungswerkzeug in der Praxis wollen, weil sie den Nutzen erkennen. Dazu sei die standardisierte Sprache auf Basis einer wohldefinierten gemeinsamen Wissensplattform notwendig.

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