Digital Plant Kongress 2012

Perspektiven der digitalen Anlage auf dem Digital Plant Kongress 2012

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ISO 15926 statt Werknormen

Viele sehnen sich nach Standards, deshalb ist die ISO 15926 „Lebenszyklusdaten für Verfahrensanlagen“ so vielversprechend – doch sie ist aufgrund ihrer anspruchsvollen Komplexität zugleich auch etwas abschreckend. Langfristig zahle sich die Arbeit zur Realisierung der ISO aber aus, zeigt sich Dr. Lars von Wedel (BTS) überzeugt. Er sieht die ISO 15926 als realistische Chance für die Prozessindustrie zur standardisierten Kommunikation. Fallstudien im Jahr 2011 hätten gezeigt, dass der herstellerneutrale Datenaustausch bei Behältern, Wärmetauschern und Pumpen funktioniere, so von Wedel.

Ein pragmatischer Ansatz wird in der Arbeitsgemeinschaft DEXPI (Data Exchange for Process Industries) umgesetzt – hier haben sich die Betreiber BASF, Evonik und BTS mit den CAE-Herstellern Autodesk, Aveva, Bentley, Intergraph und Siemens zusammengefunden, um firmenübergreifend an der Semantik des Datenaustausches zu arbeiten und damit die ISO 15926 nach vorne zu treiben.

Fazit

„Die Digital Plant ist eine Herausforderung, aber zugleich auch eine Notwendigkeit“, betonte bereits zur Begrüßung die Moderatorin Anke Geipel-Kern, die für den zweitägigen Kongress verantwortliche PROCESS-Redakteurin. Der Verlauf der Tagung gibt ihr vollkommen recht – ohne digitale Modelle sind eine zügige Anlagenplanung und ein wirtschaftlicher Anlagenbetrieb nicht mehr denkbar. Es lohnt deshalb, die noch anstehenden Aufgaben – Schnittstellen, Interoperabilität, Standardisierung – zu lösen. Im Grunde einig waren sich die Vortragenden in der Forderung nach Standards. Kontrovers diskutiert wurde der Weg dahin – und auch, welche Tiefe eine Standardisierung bei der Planung selbst erreichen sollte

* Der Autor arbeitet als freier Redakteur für PROCESS.E-Mail-Kontakt: redaktion@process.de

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