MSR-Konzepte für die Abwasserindustrie

Optimierung treibt neue MSR-Konzepte für die Abwasserindustrie

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Neue Strategien

Auch die Wasserver- und -entsorgung folgt dem Trend zur Effizienzsteigerung. Diesem wird mit Organisationsentwicklung, Zentralisierungsprozessen und vertikaler Integration begegnet. „Das heißt, es wird verstärkt versucht, den Betrieb von Anlagen wie Klärwerken weitgehend zu automatisieren und die Überwachung zu zentralisieren“, erklärt Dr. Ulrike Lemmert-Honecker, die das Branchen-Marketing Environmental der Siemens Business Unit Sensors and Communication leitet. Versorgungssicherheit, Qualitäts- und Quantitätssicherheit sowie Sicherung der Anlagen vor Anschlägen sieht sie als weitere Treiber für die gezielte Prozesssteuerung und -überwachung: „IT-Lösungen für die Optimierung von Rohr- und Kanalnetzen, beispielsweise über eine Leckageerkennung, werden in Zukunft hohe Priorität haben.“

Daher interessieren sich die Anwender zunehmend für die digitale Anbindung der Messtechnik an die Leitsysteme (Modbus, Profibus DP). Auch das Thema Wireless hält Römer für Kläranlagen interessant, da hiermit je nach Anlagengröße der Verkabelungsaufwand in erheblichem Maße reduziert werden kann. Für die Messtechnik-Spezialisten bei Vega spricht z.B. die vereinfachte automatisierte Übertragung von Fehlermeldungen bei der drahtlosen Übertragung.

Wichtig: intelligente Druck-, Füllstand- und Durchflussmessung

Abwasserreinigungsanlagen haben einen hohen Bedarf an Energie. Für Dr. Lemmert-Honecker leistet daher intelligente Druck-, Füllstand- oder Durchflussmessung einen nicht unerheblichen Beitrag zur Energieeffizienz einer Anlage, z.B. bei der Pumpensteuerung. Bei der anschließenden Wasserverteilung und besonders bei der gerechten Abrechnung an den Endverbraucher liefern moderne Durchflussmessgeräte zuverlässige Messwerte.

Generell ist in Deutschland der Grad der Automatisierung in Kläranlagen sehr hoch. Allerdings, so die Erfahrung von Uwe Pohl, Branchenmanager für den Bereich Wasser/Abwasser bei ABB Automation Products, werden nicht alle erfassten Parameter auch zur Regelung von Prozessen genutzt. Neue Regelstrategien sind seiner Meinung nach insbesondere in Bezug auf eine energetische Optimierung zu erkennen. Auch bei der Abwasserableitung erfordert die Kanalnetzbewirtschaftung neue Strategien, um das vorhandene Rohrnetz als Zwischenspeicher zu nutzen und Kläranlagen dadurch im Regenwetterfall bei gleichmäßiger Belastung im optimalen Betriebsbereich betreiben zu können.

Ein anderes Beispiel zum Thema Energiesparen ist das neue Schlammspiegelmesssystem Optisens OAM 2080 von Krohne. „Wir konnten über einen Praxisversuch nachweisen, dass mit dem Einsatz dieses kontinuierlich messenden Systems eine Energieeinsparung in der Schlammbehandlung auf der Kläranlage möglich ist. Zusätzlich bietet es Vorteile für den automatisierten Betrieb der Kläranlage“, so Römer.

Digitale Kommunikationstechnologien als Schlüssel

Hinsichtlich des steigenden Automatisierungsgrades ist es für Dr. Tippe zwingend nötig, auch Diagnoseinformationen z.B. für die vorausschauende Wartung anzubieten. Als Schlüssel sieht sie hier digitale Kommunikationstechnologien und intelligente Sensoren, wie durch die Memosens-Technologie realisiert. Anlässlich der IFAT zeigt Endress+ Hauser passend hierzu eine neue Transmitter-Plattform. Mit dem Multiparameter-Messumformer Liquiline CM442 sind nun alle Online-Analyse-Sensoren des Herstellers mit dem Memosens-Protokoll ausgestattet. Plattform-Technologien werden bei Endress+Hauser in allen Messparametern (neben Analyse z.B. auch Druck, Durchfluss, Füllstand) vorangetrieben. Sie bieten Vorteile für den Kunden hinsichtlich einheitlicher Bedienung, Optimierung der Ersatzteilhaltung, Modularität und einfache Nachrüstbarkeit.

Darüber hinaus gehen Technologie und Betriebswirtschaft Symbiosen ein. Vorbeugende Instandhaltungsstrategien sind ebenso gefragt wie schlanke Beschaffungsvorgänge mit E-Business oder ganzheitliche Asset-Management-Systeme. „Die Lösungen gibt es, betriebsbewährt und bezahlbar“, so Dr. Tippe.

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