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Ein Problem bei der Einhaltung des Bedarfsdrucks war bei bisherigen Steuerungsverfahren zumeist die systembedingte Reaktionsträgheit von Kompressoren und Gebläsen, speziell in Form von Wartezeiten zwischen Startsignal und Förderbeginn. Dies berücksichtigt die adaptive 3D-Regelung durch vorausschauende Schalthandlungen, die zudem adaptiv so optimiert werden, dass der Bedarfsdruck in bisher unerreichter Güte eingehalten wird. Im Vergleich zu bisherigen Steuerungsverfahren führt das zu einer erheblichen Energieersparnis (Bild 5).
Energieeffiziente Druckluft-Erhöhung über Bedarfsdruck möglich
Moderate Druckanstiege über den Bedarfsdruck hinaus sind für die meisten Anwendungen hingegen problemlos zulässig. Innerhalb dieses Druckspielraums optimiert die 3D-Regelung die Betriebsweise der Druckluftstation unter Berücksichtigung der bereits genannten drei Dimensionen der Energieeffizienz. Starke Druckanstiege über den Bedarfsdruck hinaus treten nicht auf, da diese in der Summe der drei Dimensionen nicht energieeffizient sind.
Zur serienmäßigen Ausstattung gehört die Datenvisualisierung Sigma Air Control Basic. Der integrierte Webserver bereitet damit den aktuellen Status der Druckluftstation optisch als HTML-Seiten auf. Zu erkennen sind die Betriebszustände der Kompressoren oder Gebläse, der momentane Status des SAM-Bedienfelds, die Entwicklung des Netzdrucks während der letzten Betriebsphase sowie Wartungs- und Störungsmeldungen. Dazu genügen ein PC mit Web-Browser, ein analoges Modem und eine Telefonleitung beziehungsweise ein Ethernetanschluss.
Mit der optionalen Ausstattung Sigma Air Control Plus lassen sich rückwirkend bis zu einem Jahr zusätzlich kennwortgeschützte Daten aus dem SAM-Langzeitspeicher abrufen und grafisch darstellen. Neben Betriebs- und Energieverbrauchsdaten liefert das System auch einen detaillierten Kostenstellenbericht. Das schafft Betriebs- und Kostentransparenz und die Grundlage für umfassende Druckluft-Audits.
Energieeffizienz-Steuerung auch für ältere Druckluftanlagen
Zum Koordinieren der Wartung können außerdem die Betriebsstundenzähler abgerufen werden. Einen besonderen Vorteil bietet die Darstellung der spezifischen Leistung aller angeschlossenen Kompressoren oder Gebläse im Vergleich zu einem Referenzwert: Damit erkennt der Betreiber auf einen Blick, ob sich das Druckluftsystem energetisch im grünen Bereich befindet.
Natürlich lässt sich der Sigma Air Manager auch in den Kaeser-Teleservice, eine Kombination aus Ferndiagnose und bedarfsgesteuerter Wartung, einbinden, was die Versorgungssicherheit nochmals erhöht. Das für bis zu vier, acht oder 16 Anlagen lieferbare System ist hochflexibel: Es regelt, analysiert und überwacht nicht nur neue Kaeser-Kompressoren und -Gebläse. Auch ältere Modelle, Anlagen anderer Hersteller und weitere Komponenten der Station können angebunden und wirtschaftlich angesteuert werden.
* Dipl.-Ing. Erwin Ruppelt ist leitender Projektingenieur der Kaeser Kompressoren GmbH, Michael Bahr ist Pressereferent im gleichen Unternehmen
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