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Forschungsprojekt Bio-Plastics Netzwerk für die Forschung und Entwicklung von Biokunststoffen geht an den Start

| Redakteur: MA Alexander Stark

Im Europäischen Forschungsnetzwerk für Biokunststoffe haben sich Wissenschaftler und Unternehmen aus aller Welt zusammengeschlossen, um mit Unterstützung der Politik alternative Kunststofflösungen zu finden. Den Auftakt machte die Online-Konferenz „Past and Current H2020 Projects Joined in Bioplastics Research” am 24. Juni 2020.

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Biobasierte Kunststofflösungen sollen praktikable Alternative zu Einwegkunststoffen werden, um Kunststoffmüll und Verunreinigungen an Land und in den Meeren zu reduzieren.
Biobasierte Kunststofflösungen sollen praktikable Alternative zu Einwegkunststoffen werden, um Kunststoffmüll und Verunreinigungen an Land und in den Meeren zu reduzieren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hamburg – Rund 100 internationale Forscher, Unternehmensvertreter und politische Entscheidungsträger aus Europa kamen auf Initiative des EU-geförderten Forschungsprojektes Bio-Plastics virtuell in der Hamburg University of Applied Sciences zusammen. Sie diskutierten, wie der Umgang mit biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen vorangetrieben werden kann.

Biokunststoffe sollen laut Christian Schulz, EU-Projektmanager bei der European Bioplastics e.V, dazu beitragen, den Kohlenstoffverbrauch zu senken. Er forderte eine bessere Abstimmung von Forschungsfinanzierung und Gesetzgebung sowie einen konsistenteren Austausch zwischen den bereits abgeschlossenen Projekten und denen, die gerade laufen.

Auch Dr. Andrew Farmer, Head of Industry, Waste and Water Programme beim Institut für Europäische Umweltpolitik (IEEP), hob die Bedeutung des Einflusses auf die Politik hervor. Sein Institut erreiche die Verantwortlichen in der EU durch Veranstaltungen und gezielte Kommunikationsmaßnahmen. Die Entwicklung von Richtlinien für biobasierte Kunststoffe erfordere klare Bekenntnisse: Welche Probleme werden mit diesen Materialien angegangen? Welche Instrumente werden zur Unterstützung oder Kontrolle der Produktion, der Verwendung und/oder des End-of-Life-Managements benötigt?

Besonders viel Beachtung gab es daher für die Ergebnisse der gerade beendeten Projekte Poly Bio Skin und Bio4Self: Im Rahmen des Projekts wurden zahlreiche biobasierte Materialien entwickelt. Das reichte von faserbasiertem, nicht-textilen Material zum Beispiel für Haushaltselektronik oder für den Automobilbau über Anwendungen im Hygiene-, Kosmetik- oder medizinischen Bereich. Forschungsbedarf gäbe es dagegen noch beim Thema Nachhaltigkeit und Recycling.

Bei Bio-Plastics Europe wird nach nachhaltigen Strategien und Lösungen für biobasierte Materialien gesucht, um dadurch die EU-Kunststoffstrategie samt Kreislaufwirtschaft effektiv zu unterstützen. Dabei soll der Wissensaustausch zwischen Interessenvertretern, Forschern und politischen Entscheidungsträgern gefördert werden. Bei Ecoxy forscht man zu biobasierten Epoxidharzen und Faserverstärkungen zur Herstellung nachhaltiger Duroplast-Verbundwerkstoffe und deren Recyclingfähigkeit. Das Sealive-Team entwickelt biobasierte Kunststofflösungen als praktikable Alternative zu Einwegkunststoffen, um Kunststoffmüll und Verunreinigungen an Land und in den Meeren zu reduzieren. „Es besteht bei allen Projekten weiterer Forschungsbedarf für die Auswahl von nachhaltigen Rohstoffen”, fasste Dr. Jelena Barbir, Initiatorin der Veranstaltung, zusammen. Auch die Entwicklung umweltfreundlicher Zusatzstoffe und die Recyclingmöglichkeiten müssen entwickelt und überprüft werden.

Die nächste internationale Veranstaltung findet online am 4. November 2020 statt. Thema: Rohstoffe für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe.

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