Sicherheitstechnik

Modulares Sicherheitssystem optimiert den Bau von Gefriertrocknungsanlagen

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Besteht eine Gesamtanlage aus mehreren Modulen, wie z.B. die Anlage in Slowenien mit drei Gefriertrocknungsmodulen, sind alle über AS-Interface verknüpft. Als Slaves im AS-i-Netzwerk tauschen die Sicherheitssysteme die Daten untereinander fehlersicher aus. Als AS-Interface Master dient der Kommunikationsprozessor CP 343-2P von Siemens, der direkt an die Steuerung Simatic S7-300 des ALUS angereiht ist. „Allein der Hardwareaufbau spart uns viel Zeit beim Engineering, bei der Dokumentation, der Installation sowie der Inbetriebnahme“, sagt Plassmann.

An das Basisgerät können bis zu neun Erweiterungsmodule in elektronischer Ausführung oder ausgestattet mit Relaiskontakten angereiht werden. Gerade bei Gefriertrocknungsanlagen ist dies eine wesentliche Sicherheitseigenschaft, weil man dort eine Vielzahl von Stellen überwachen muss. Neben der reinen Not-Halt-Funktion muss auch die Türbolzen-Verriegelung der Vakuumkammer überwacht werden. Selbst die Medienversorgung, wie die von Heißwasser und Dampf zur Reinigung (CIP) und Sterilisation (SIP) der Kammern nach dem Produktionsprozess, wird mithilfe der modularen Technik überwacht.

Neben der sterilen Umgebung in der Gefriertrocknungsanlage ist auch das gesamte Be- und Entladesystem in einem sterilen zugangsbeschränkten Bereich – dem RABS (Restricted Access Barrier System) – eingebettet. Darin befinden sich in gewissen Abständen Türen mit fehlersicheren Positionsschaltern, die abgefragt werden. In den Türen sind Handschuhgriffe integriert, die per Lichtgitter überwacht werden. All diese Signale werden vom modularen Sicherheitssystem überwacht. Findet an irgendeiner Stelle eine Auslösung statt, ist im System hinterlegt, welche Bereiche abgeschaltet werden und welche weiterlaufen. Bis zu 50 unabhängige, zweikanalige Freigabekreise sind so möglich.

Softwareparametrierung inklusive Diagnose

„Die Parametrierung in der zugehörigen Software MSS ES ist einfach und übersichtlich“, stellt Breitenbroich fest. Seine Kollegin Gerlach ergänzt: „Ein großer Vorteil dieser modernen Sicherheitslösung ist auch, dass über den Kommunikationsprozessor eine umfassende Diagnose möglich ist und entsprechende Informationen am Bedienpanel angezeigt werden. Solche Anlagen produzieren Pharmazeutika in Reinräumen, in denen selbst einfache Suchvorgänge aufwändige und teure Aktionen auslösen können.“

Die einfache Modifikation bzw. Erweiterung des Sicherheitssystems zeigte sich auch bei anderen Projekten – z.B. bei einer Gefriertrocknungsanlage in Russland. „Es kommt immer wieder vor, dass Anwender bei der Inbetriebnahme vor Ort noch zusätzliche Wünsche äußern, die sich mit MSS im Vergleich zu konventioneller Sicherheitstechnik enorm schnell durchführen lassen“, erklärt Plassmann. „Der Anwender in Russland wollte, dass ein zusätzlicher Zustimmtaster ins Sicherheitsprogramm integriert wird. Innerhalb von 30 Minuten konnten wir diesen Wunsch erfüllen“, so Gerlach.

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