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In Anhang A des Teil 3 schlägt die Norm Maßnahmen und Verfahren vor, um Software entsprechend dem geforderten SIL zu entwerfen, zu implementieren und zu testen. Verschiedene Methoden sind hinsichtlich der SIL-Anforderungen für die einzelnen Sicherheits-Integritätslevel bewertet. Die Methoden sind nach den Lebensphasen sortiert, in denen sie verwendet werden sollten.
Teile 4 bis 6: Begriffsdefinitionen, Anwendungsrichtlinien, Anwendungshinweise
Teil 4, Begriffe und Abkürzungen: Dieser Teil gibt eine umfassende Definitionen der in IEC 61508, Teil 1 bis 7 verwendeten Begriffe und Abkürzungen.
Teil 5, Beispiel zur Ermittlung der Stufe der Sicherheitsintegrität: Erenthält Informationen über die zugrunde liegenden Konzepte des Risikos und den Zusammenhang zwischen Risiko und Sicherheitsintegrität. Außerdem stellt dieser Teil Methoden zur Ermittlung des Sicherheits-Integritätslevels (SIL) für unterschiedliche Systeme vor.
Teil 6, Anwendungsrichtlinie für IEC 61508-2 und IEC 61508-3: Ein Überblick über Anforderungen der IEC 61508-2 und der IEC 61508-3, inkl. funktionaler Schritte für ihre Anwendung wird gegeben. Hier finden sich unter anderem ein Beispiel für die Verfahren zur Berechnung von Hardwareausfällen und für die Berechnung des Diagnosedeckungsgrades, eine Methode zur Quantifizierung der Auswirkungen von hardwarebezogenen Ausfällen infolge gemeinsamer Ursache, Beispiele für die Anwendung der Tabellen zur Sicherheitsintegrität von Software, Blockdiagramme und Formeln für die Berechnung von PFD (Probability of Failure on Demand) und PFH (Probability of Dangerous Failure per Hour ) und Tabellen mit berechneten PFD- und PFH-Zahlen für alle in der Norm gezeigten Systemkonfigurationen.
Teil 7, Anwendungshinweise über Verfahren und Maßnahmen: Erenthält eine Übersicht verschiedener sicherheitsbezogener Verfahren und Maßnahmen, die für Teil 2 und 3 dieser Norm relevant sind und dient als Nachschlagewerk.
IEC birgt zahlreiche Herausforderungen im Praxiseinsatz
Die IEC 61508 stellt eine umfassende Richtlinie dar, die nicht nur die elektronische Einrichtung unter sicherheitskritischen Aspekten definiert und bewertet, sondern das gesamte System betrachtet. Dabei sind für Entwickler und Hersteller von elektronischen Steuer-, Mess- und Regeleinrichtungen die Grenzen oft unklar. Welche Inhalte sind wann anzuwenden und welche Aufgaben haben der Systemlieferant und der Kunde, um tatsächlich die geforderte Sicherheit des Systems zu gewährleisten? Einige Anforderungen der IEC 61508 sind allgemein gehalten und schwer auf konkrete Anforderungen einer elektronischen Steuerung zu beziehen. Hier gibt es teilweise erheblichen Interpretierungsspielraum.
Ein Großteil der Norm bezieht sich auf Entwicklungsprozesse, Qualitätssicherung und erforderliche Dokumentation. Erhebliche Neuerungen für Entwickler von sicherheitsgerichteten Steuerungen dürften das erforderliche Management der funktionalen Sicherheit (FSM, Functional Safety Management) mit der umfassenden Dokumentation und die geforderte quantitative Ausfallwahrscheinlichkeitsberechnung der Hardware sein. Deshalb zahlt es sich schnell aus, sich bei dem ersten Kontakt mit dieser Norm fachkundige Beratung einzuholen.
Olaf C. Winne ist Geschäftsführer der Quategra GmbH
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