Sicherheitskritische Systeme

Leitfaden für die Norm IEC 61508

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Die Gefahr durch das System ist abhängig von:

  • der Schwere der Auswirkungen:
  • katastrophal: mehrere Tote
  • kritisch: einzelner Todesfall/ mehrere schwere Verletzte
  • geringfügig: einzelne schwere Verletzungen
  • unwesentlich: einzelne geringfügige Verletzungen
  • der Häufigkeit des Auftretens einer Gefahr:
  • wahrscheinlich
  • unwahrscheinlich
  • extrem unwahrscheinlich
Bild 2: Übersicht von Risikoklassen. Sie ergeben sich aus der Kombination der Variablen Schwere des Unfalls und wahrscheinlicher Häufigkeit. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Kombination der jeweiligen Klassifizierungen mit der Schwere des Unfalls und der wahrscheinlichen Häufigkeit ergibt eine Klassifizierung einer möglichen Gefahr.

(Archiv: Vogel Business Media)

Nach der IEC 16508 ergibt sich für die Risikoklassen folgende Einteilung (siehe auch Bild links):

  • Klasse I: inakzeptables Risiko
  • Klasse II: unerwünscht, bei nicht reduzierbarem Risiko oder Unverhältnismäßigkeit akzeptabel
  • Klasse III: tolerierbares Risiko
  • Klasse IV: unbedeutendes Risiko

Die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Ausfälle soll das akzeptierte Risiko nicht überschreiten. Zusätzlich wird eine erweiterte Risikoanalyse mittels Risikograph oder einem äquivalenten Verfahren empfohlen.

Bild 3: Funktionale Sicherheit (Archiv: Vogel Business Media)

Unter dem Begriff der funktionalen Sicherheit versteht man das korrekte Ausführen der notwendigen Aktionen, die notwendig sind, um den sicheren Zustand einer Einrichtung zu erreichen oder zu erhalten. Als Instrumente dieser Gewährleistung sind alle Maßnahmen zu verstehen, die dazu dienen, zufällige und systematische Fehler zu vermeiden.

Die IEC 61508 als branchenübergreifende Richtlinie

Bild 5: Einige Normen der Sicherheitstechnik (Archiv: Vogel Business Media)

Für diverse Branchen sind nationale oder internationale Normen und Richtlinien verfügbar, welche Anforderungen an sicherheitsgerichtete Technologien in unterschiedlicher Tiefe und Klassifizierung definieren. Mit der IEC61508 gibt es eine branchenübergreifende generische Richtlinie für alle sicherheitsgerichteten Systeme. Sie umfasst weit über 500 Seiten an normativen und informativen Vorschlägen und Festlegungen. Als generische Norm steht sie über einer Vielzahl anderer anwendungs- oder branchenspezifischer Normen und gilt als Stand der Technik. Branchenbezogene Normen können auf Basis der IEC61508 kombiniert mit den bisher (und weiterhin!) geltenden Anforderungen abgeleitet werden.

Derzeit sind folgende Ableitungen in Arbeit oder teilweise veröffentlicht:

  • DIN IEC 61511: Funktionale Sicherheit — Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie
  • DIN IEC 61513: Kernkraftwerke — Leittechnik für Systeme mit sicherheitstechnischer Bedeutung – Allgemeine Systemanforderungen
  • DIN EN 50129: Bahnanwendungen — Telekommunikationstechnik, Signaltechnik und Datenverarbeitungssysteme - Sicherheitsrelevante elektronische Systeme für Signaltechnik
  • DIN EN 62061: Sicherheit von Maschinen — Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer, elektronischer und programmierbarer elektronischer Steuerungssysteme
  • ISO CD 26262: Automotive Funktionale Sicherheit (wird von der ISO-Arbeitsgruppe „ISO TC22/SC3/WG16“ bearbeitet).

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