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El Niño und La Niña
Weltweit betrachtet wird die Verdunstung auf den Landmassen entscheidend vom Wetterphänomen El Niño geprägt: Meeresströmungen in den tropischen Regionen des Pazifik ändern sich, das hat einen Einfluss auf den Niederschlag und dadurch auch auf die Feuchtigkeit der Kontinente. Wenn die Böden trocken sind, können sie trotz höherer Temperaturen kein Wasser an die Atmosphäre abgeben. „Durch El Niño sinkt die Verdunstung über Australien, dem südlichen Afrika und dem Osten Südamerikas“, erklärt Wouter Dorigo. Das Gegenteil geschieht beim umgekehrten Wetterphänomen, das La Niña genannt wird.
Rückgänge in der kontinentalen Verdunstung, die in den letzten Jahren beobachtet wurden, lassen sich durch Übergänge zwischen El Niño und La Niña erklären. In der aktuellen Studie wurden nun erstmals auch Daten der Jahre nach 2007 berücksichtigt. In den Regionen, die von El Niño und La Niña wenig betroffen sind – etwa in unseren nördlichen Breiten – ist die Zunahme der kontinentalen Verdunstung durch die Klimaerwärmung deutlich zu beobachten. Die Rate der Zunahme passt zu den Erwartungen, die sich aus der globalen Erwärmung ergeben.
Satellitendaten für die Klimaforschung
Für solche globalen Studien ist es notwendig, Daten auf der ganzen Welt zu erheben – unter anderem über die Feuchtigkeit der Böden. Mit Bodenmessungen vor Ort könnte man freilich niemals den ganzen Globus abdecken, daher greift man heute auf Satellitenmessungen zurück. Mit Mikrowellenstrahlung tasten die Satelliten die Erdoberfläche ab, durch mathematische Modelle und mit Hilfe großer Datenbanken mit den gesammelten Informationen der vergangenen Jahre lässt sich daraus dann die lokale Feuchtigkeit des Bodens berechnen.
Das Department für Geodäsie der TU Wien bereitete diese Daten auf, sie wurden dann mit anderen Bodenfeuchtedaten verglichen, um ein verlässliches Gesamtbild zu erhalten. An der Studie, die in Nature Climate Change veröffentlicht wurde, war auch eine Reihe anderer Forschungseinrichtungen beteiligt, koordiniert wurde das Forschungsprojekt von der University of Bristol.
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