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Digitale Transformation KI „Alfred“ soll Wertschöpfungskette bei Thyssenkrupp effizienter machen

Redakteur: MA Alexander Stark

Thyssenkrupp hat eine künstliche Intelligenz (KI) in seine Materialdistributions- und Serviceprozesse integriert. „Alfred“ unterstützt seine Kollegen im Unternehmensbereich Materials Services dabei, das globale Logistiknetzwerk mit 271 Lagerstandorten sowie mehr als 150.000 Produkten und Services dynamisch zu managen.

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Bei Alfred werden alle Unternehmensdaten auf einer Plattform zusammengeführt.
Bei Alfred werden alle Unternehmensdaten auf einer Plattform zusammengeführt.
(Bild: Thyssenkrupp)

Essen — Künstliche Intelligenz ist eine der Technologien, die im Werkstoffhandel künftig entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen wird, ist Klaus Keysberg überzeugt. Der CEO von Thyssenkrupp Materials Services fasst die Vorteile der KI „Alfred“ zusammen, die er als einen wichtigen Schritt sieht, um Prozesse entlang der Supply Chain flexibler zu gestalten. Mittelfristig eröffne dieser holistische Ansatz somit auch neue Geschäftsfelder, so der CEO. In einem ersten Schritt soll die KI dazu beitragen, die Transportwege zu optimieren und so den Transport von tausenden Tonnen Material pro Jahr einzusparen.

Big Data systematisch nutzen

Mit der KI sollen die rund 14 Millionen Auftragspositionen, die bei Materials Services jährlich eingehen, deutlich effizienter verarbeitet und analysiert werden können. Erstmals führen die Materialexperten dabei auch sämtliche Unternehmensdaten auf einer Plattform zusammen.

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Mithilfe selbstlernender Algorithmen, die auf Microsoft Azure Machine Learning basieren, analysiert Alfred dafür alle relevanten Informationen, generiert wichtige Erkenntnisse und unterstützt die Mitarbeiter mit entsprechenden Empfehlungen: Welche Materialien müssen welcher Branche zugeordnet werden? Wo werden Materialien verarbeitet? Was wäre der intelligenteste Transportweg, um unsere Kunden bestmöglich mit Material zu versorgen? Welche Bedürfnisse haben die einzelnen Standorte?

Fokus auf Kundennutzen

Die digitale Transformation sei bei Materials Services entlang der Wertschöpfungskette ausgerichtet und dabei konsequent in den Dienst des Kundennutzens gestellt, teilte das Unternehmen mit. Dazu werden Digitalisierungskonzepte konsequent integriert und reichen von der Beschaffung über die Lagerhaltung und Logistik bis hin zum Vertrieb. Dazu gehört eine Cloud-Plattform im Bereich der Materialbeschaffung sowie die Vernetzung interner Maschinen mit der selbst entwickelten IIoT-Plattform Toii. Im Vertrieb haben Kunden im größten virtuellen Werkstofflager der Welt Zugriff auf 150.000 Produkte und Services an 271 Lagerstandorten.

Als Bindeglied zwischen all diesen Bereichen fügt sich Alfred in das Ökosystem ein und soll durch intelligente Datenverarbeitung mit entsprechenden Empfehlungen für eine stetige Optimierung von Geschwindigkeit und Servicequalität sorgen.

Lese-Tipp der Redaktion Die Digitalisierungswelle hat uns in (fast) allen Lebensbereichen erreicht und verändert unsere Sichtweisen und Handlungsfelder. Damit in Zeiten dieser großen Dynamik und heftigen Wandels keine Unsicherheiten aufkommen, ist Kommunikation gefragter denn je. Vor diesen Hintergrund ordnet die Publikation „Vernetzte Welten“ anhand von Beispielen Entwicklungen und Innovationen in den unterschiedlichsten Branchen und Technologien ein. Hochkarätige Fachautoren und Fachjournalisten zeigen, welche Veränderungen auf uns zukommen und wie wir sie meistern können.

Lebenslanges Lernen mit Microsoft

In dem firmeneigenen Digital Transformation Office in Essen fließen alle Stränge der Digitalisierung zusammen. Hier arbeiten integrierte Teams aus IT-Experten, Ingenieuren und Business-Koordinatoren unter der Leitung von Axel Berger an verschiedenen Digitalisierungsprojekten, die bei Materials Services direkt aus dem Kerngeschäft erwachsen – so auch an Alfred. Unterstützt wurden die Materialexperten dabei von Microsoft und dessen globaler Cloud-Plattform Azure. Die Kollaboration mit Microsoft macht die Umsetzung von Projekten wie Alfred deutlich effizienter, so Klaus Keysberg. Letztendlich könne das Unternehmen so seine hauseigenen Entwicklungen schneller zur Anwendung bringen, dort wichtige Erkenntnisse sammeln und daraus wiederum neue Geschäftsmodelle entwickeln.

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