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Rösberg Engineering

Keine Angst vor SPS-Migration in großen Anlagen

| Autor/ Redakteur: Evelyn Landgraf / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Damit es schnell geht, abgekündigte Bauteile auszutauschen, ist vorab eine detaillierte Planung und Vorbereitung notwendig samt einer zuverlässigen Umsetzung der Umbaumaßnahmen. Das Beispiel einer Migration in einem Zementwerk zeigt: Wer seine Hausaufgaben ordentlich macht, kann trotz der einen oder anderen Überraschung den vorgegebenen Zeitrahmen sogar unterschreiten.

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In vielen Anlagen, die rund um die Uhr arbeiten, wie zum Beispiel dieses Zementwerk, müssen Migrationen schnell und zuverlässig während geplanter Stillstandszeiten realisiert werden.
In vielen Anlagen, die rund um die Uhr arbeiten, wie zum Beispiel dieses Zementwerk, müssen Migrationen schnell und zuverlässig während geplanter Stillstandszeiten realisiert werden.
(Bild: Rösberg Engineering)

Das Zementwerk von Opterra am Standort Karsdorf, etwa 70 km südwestlich von Leipzig, zählt zu den größten in Deutschland. Der Karsdorfer Kombiturm ermöglicht es, Spezialbindemittel herzustellen, die individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Hier wird eine umfangreiche Palette an Portland-, Portlandkomposit- und Hochofenzementen sowie Spezialbindemitteln produziert. Zudem gibt es im Werk eine Packerei, um Sackzemente abzufüllen. Der für die Zementherstellung benötigte Brennstoff wird per Lkw angeliefert und in Silos geblasen. Den Entladeprozess der Lkw, also das Einlagern ins Silo und das Auslagern des Brennstoffs für die Produktion wurde bislang jeweils mithilfe einer Siemens-SPS des Typs S5-115U gesteuert. Weil der Hersteller diese Steuerung abgekündigt hat, galt es, die in der Anlage verbauten Modelle durch zwei neue SPS zu ersetzen. Auch das Visualisierungspanel sollte migriert werden.

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Geplanten Stillstand nutzen

Durch milde Temperaturen war die Nachfrage nach Zement auch in den Wintermonaten verhältnismäßig hoch. Das Zementwerk stand deshalb nur zum Jahreswechsel geplant für einige Zeit still, um notwendige Modernisierungs- und Instandhaltungsarbeiten umzusetzen. Die Automatisierungsexperten von Rösberg Engineering erhielten den Auftrag, in diesem Zeitraum die vorhandenen Steuerungen auszutauschen und die Software zu migrieren. Dem Siemens-Solutions-Partner blieben somit genau zwei Wochen für den Umbau vor Ort. Es musste also akribisch geplant werden, welche Tätigkeiten an welchem Tag vorgenommen werden müssten und wie viele Mitarbeiter dafür nötig wären. Das übernahmen die Automatisierungsexperten ebenso wie die Koordination der einzelnen Gewerke, die Kommunikation an der „Schnittstelle“ und natürlich auch die Inbetriebnahme der Steuerungen. Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, ist Know-how auf mehreren Ebenen nötig: Es reicht nicht, nur die SPS programmieren zu können, sondern es gilt, auch die bestehenden Prozesse zu verstehen, um die Montageprozesse richtig vorzubereiten und umzusetzen.

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Gut geplant ist halb migriert

Bei Projekten wie diesen arbeiten die Automatisierungsexperten im Team, und zwar mit Spezialisten aus verschiedenen Standorten ihres Unternehmens. So wird es möglich, die für den jeweiligen Anwendungsfall idealen Kompetenzen zu bündeln und neue Mitarbeiter nicht nur zu integrieren, sondern auch praxisgerecht weiterzubilden. Ein Projektleiter, in diesem Fall Christian Pöschke, Senior Project Manager Bereich Process Automation, übernimmt die Koordination, damit der Kunde einen klar definierten Ansprechpartner hat.

Im Karsdorfer Zementwerk verschaffte sich Pöschke vor den eigentlichen Umbaumaßnahmen in einer Führung vor Ort einen umfassenden Überblick über die Anlage und deren Funktionen. Er erklärt: „Wir haben über die Jahre einen umfangreichen Erfahrungsschatz bei Migrationsprojekten in der Prozessindustrie gesammelt. Das erleichtert uns das Verständnis für den jeweiligen Prozess unseres Kunden. Dennoch ist eine solche Besichtigung vorab extrem hilfreich, um eine Anlage und ihre Prozesse besser zu verstehen, ein Projekt möglichst gut planen und potenzielle Schwierigkeiten rechtzeitig erkennen zu können.“ In den Wochen vor dem Jahreswechsel haben die Automatisierungsexperten aber nicht nur Abläufe geplant und die Software migriert, sondern auch Komponenten beschafft, systematisch verpackt und beschriftet sowie die notwendige Montagedokumentation erstellt. Pöschke ergänzt: „Natürlich kommt es dann doch bei fast jedem Projekt zu ungewollten Überraschungen. Oft sind diese dadurch verursacht, dass die vorhandene Anlagendokumentation nicht mit dem As-built-Zustand einer Anlage übereinstimmt. Dank guter Vorbereitung haben wir es in Karsdorf aber dennoch geschafft, die für den Umbau vorgegebene Zeit sogar um die Hälfte zu verkürzen. Wir waren also bereits nach einer statt wie geplant zwei Wochen fertig.“

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Migration für Optimierung nutzen

Die Anwender profitieren bei der Migration von Steuerungssoftware gleich doppelt, denn die Software muss nicht komplett neu erstellt werden, das spart Zeit. Trotzdem lassen sich an dieser Stelle Änderungen zur Prozessoptimierung verhältnismäßig einfach implementieren. Mit dem Umstieg auf die neuen Steuerungen des Typs Siemens S7-300 und das Visualisierungspanel erlebte die Visualisierung in Karsdorf eine deutliche Weiterentwicklung. Aus einer verhältnismäßig rudimentären Lösung wurde ein zeitgemäß intuitives User-Interface, das sich einfach bedienen lässt. In einer Vor-Ort-Schulung nach Abschluss der Migrationsarbeiten wurden die Anlagenbetreiber mit dem neuen System vertraut gemacht. Selbstverständlich gehört eine umfangreiche Enddokumentation zur verbauten Hardware und der erstellten SPS-Programmierung mit dazu.

Bei Opterra wird die Zusammenarbeit sehr gelobt. Dipl.-Ing. Stefan Brand, Instandhaltung Prozessleittechnik bei Opterra, berichtet: „Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit von Rösberg. Bereits in der Angebotsphase lief der Austausch sehr gut und bestens organisiert ab. Das begann mit dem Kick-off-Meeting vor der Migration, in dem letzte Unklarheiten geklärt und eventuelle Hindernisse beseitigt wurden, und reichte bis hin zur eigentlichen Migration, die planmäßig und äußerst zielstrebig realisiert wurde. Zum nächsten Jahreswechsel planen wir eine weitere, umfangreichere Migration. Wir wollen vorhandene Lösungen nicht nur migrieren, sondern in diesem Zuge auch optimieren. Nach den guten Erfahrungen ziehen wir hierfür erneut die Zusammenarbeit mit Rösberg in Betracht.“

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

* Dipl.-Betriebsw. (FH) Evelyn Landgraf ist Marketingleiterin bei der Rösberg Engineering GmbH in 76161 Karlsruhe

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