Länderreport Korea (Rep.) In Südkorea dominiert die Petrochemie

Autor / Redakteur: Frank Robaschik, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die chemische und petrochemische Industrie ist trotz fehlender eigener Rohstoffe einer der großen Sektoren der koreanischen Wirtschaft. Auch für ausländische, darunter zahlreiche deutsche Unternehmen, ist das Land als Importmarkt, aber auch als Produktionsstandort attraktiv.

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(Bild: wikimedia commons)

Seoul – Deutschland profitiert in Korea (Rep.) von seinem Ruf als eine der weltweit führenden Chemienationen. Stärkste ausländische Konkurrenten sind Japan, die VR China und die USA.

Marktentwicklung/-bedarf

Der koreanische Chemiemarkt hatte 2009 nach Angaben des staatlichen "Mining and Manufacturing Survey" ein Volumen (Inlandsproduktion + Importe - Exporte) von 119,8 Bill. Won (rund 67,6 Mrd. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs 2009: 1 Euro = 1.773 Won). Dies umfasst die Segmente Basischemikalien, Farben und Lacke, Agrarchemikalien, Arzneimittel, Kosmetika, Chemiefasern, Kunststoffe in Vorformen und Kunststoffprodukte.

Hinzu kamen Mineralölprodukte in Höhe von etwa 80 Bill. Won. Seitdem ist der Markt gewachsen. Aufgrund nicht eindeutiger Definitionen sollten die Angaben jedoch nur als Annäherungswerte verstanden werden.

Der Inlandsbedarf an Harzen wuchs 2011 nach Angaben der Korea Petrochemical Industry Association (KPIA) um 1,8% auf 5,08 Mio. t. Für 2012 erwartet der Verband ein Plus von 2,3%.

Elektronische Chemikalien sind Wachstumsmotor

Die Nachfrage aus der Kfz-Industrie und der Elektrotechnik/Elektronik dürfte steigen. Elektronische Chemikalien bleiben ein wichtiger Wachstumsmotor. Impulse kommen zum Beispiel aus der Flachbildschirm-, Halbleiter- und LED-Herstellung. Ein stark wachsendes Segment sind organische Leuchtdioden (OLED). Daneben gibt es bei Karbonfasern und anderen Kohlenstoffmaterialien Bewegung.

Akkus und Elektromobilität

Die Unternehmen LG Chem, SB LiMotive und SK Innovation investieren massiv in die Forschung sowie in die Fertigung von Akkus für Hybrid- und Elektroautos. Im April 2012 vereinbarten Hyundai Heavy Industries und die kanadische Magna eine Kooperation in diesem Bereich.

Daneben hat POSCO einen Natrium-Schwefel-Akku zur Speicherung großer Energiemengen beispielsweise für intelligente Stromnetze entwickelt und will diesen bis 2015 kommerzialisieren. Weitere Firmen wie LG Chem sind bei Batterien für Energiespeichersysteme aktiv.

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