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„So arbeitet Deutschland“-Studie

Höheres Gehalt bleibt bestes Überzeugungsmittel für den Jobwechsel

| Redakteur: Alexander Stark

Die aktuelle So arbeitet Deutschland-Studie von SThree zeigt: Die Mehrheit der Arbeitnehmer und Freelancer in Deutschland hält den Gender Pay Gap für Realität – und das muss sich nach Meinung einiger auch nicht ändern.

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Alarmierende Ergebnisse: Insgesamt 13 % der Befragten sehen in der Stagnation beziehungsweise Vergrößerung des Gender Pay Gaps in Zukunft kein Problem.
Alarmierende Ergebnisse: Insgesamt 13 % der Befragten sehen in der Stagnation beziehungsweise Vergrößerung des Gender Pay Gaps in Zukunft kein Problem.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

München – Frauen verdienen in vergleichbaren Tätigkeiten weniger als Männer – eine Lohnlücke sehen 77 % der befragten Freelancer und Angestellten in Deutschland als Realität an. Besonders erschreckend: Laut insgesamt 13 % sollte dieser Gender Pay Gap auch in Zukunft nicht kleiner oder sogar noch größer werden. Dies zeigen die Ergebnisse der sechsten repräsentativen So arbeitet Deutschland-Studie der Personalberatung SThree. Hierfür wurden in Zusammenarbeit mit Yougov 1.515 Angestellte und Selbstständige in Deutschland befragt. Zudem bestätigt sich: Es herrscht ein Bewerbermarkt – mit durchaus wechselbereiten Mitarbeitern. 88 % sind zwar nicht auf der Jobsuche, 42 % würden aber bei einem guten Angebot nicht zögern.

Jobwechsel: Geld macht doch glücklich

In Zeiten von Fachkräftemangel sind Unternehmen umso mehr auf gute und loyale Mitarbeiter angewiesen. Die positive Nachricht: Die meisten der Befragten (88 %) sind laut der So arbeitet Deutschland-Studie aktuell nicht auf Jobsuche. Wenn das Konkurrenzangebot stimmt, würde knapp die Hälfte (42 %) allerdings trotzdem den aktuellen Arbeitgeber verlassen. „Die Entwicklung hin zu einem Bewerbermarkt, bei dem ein Kandidat aus mehreren attraktiven Jobs den besten auswählen kann, ist eine große Herausforderung für Unternehmen. Zum einen müssen sie für nachhaltige Mitarbeiterbindung sorgen, zum anderen Recruiting-Prozesse strategisch und effizient gestalten – es reicht nicht mehr aus, nur auf passende Bewerbungen zu warten“, meint Timo Lehne, Geschäftsführer von SThree. „Vielmehr ist Active Sourcing gefragt, also das gezielte Suchen und Ansprechen von geeigneten Kandidaten.“ Wie aber lassen sich potenzielle Bewerber überzeugen? Zu den drei Top-Kriterien für einen Jobwechsel zählen ein besseres Gehalt (55 %), stärkere Vereinbarkeit mit dem Privatleben (24 %) und zufriedenstellendere Aufgaben (21 %).

„Als Experte für Festangestellte und Freelancer interessiert uns aber nicht nur die generelle Wechselbereitschaft des Jobs“, so Lehne. „Wir wollten auch wissen, ob Mitarbeiter eines Unternehmens freiberuflich arbeiten würden und umgekehrt.“ Hier zeigt sich: 25 % der Angestellten und 30 % der Freiberufler und Selbstständigen würden nicht in das jeweils andere Modell wechseln.

Erfolgreiche Gehaltsverhandlung: Ein Experte soll es richten

Frauen verdienen noch immer weniger als Männer – so denken zumindest 77 %. Alarmierend ist jedoch: Insgesamt 13 % der Befragten sehen in der Stagnation beziehungsweise Vergrößerung des Gender Pay Gaps in Zukunft kein Problem. Doch liegt die Lohnlücke auch im Verhandlungsgeschick begründet? Auf jeden Fall ist für 71 % der Befragten klar: Wer gut verhandelt, verdient am Ende bei gleicher Leistung mehr Geld. Bei der Frage, ob Frauen oder Männer erfolgreicher bei Gehaltsgesprächen sind, gehen die Meinungen auseinander.

Laut 41 % können Männer besser verhandeln, nur wenige denken Frauen seien hierbei erfolgreicher (8 %), mindestens genauso viele sehen aber keinen Unterschied bei den Geschlechtern (42 %). Interessant ist hierbei die Selbsteinschätzung: Männer und Frauen beurteilen das Verhandlungsgeschick des eigenen Geschlechts signifikant schlechter, als das des anderen. So glauben nur 5 % der weiblichen Befragten, dass Frauen besser verhandeln, im Gegensatz dazu schätzen Männer das weibliche Verhandlungsgeschick mit 10 % als besser ein. Das männliche Verhandlungsgeschick wird von Frauen mit 46 % als besser eingestuft, von den Männern selbst mit 36 Prozent.

Sich Unterstützung in diesem Bereich zu holen ist allerdings kein No-Go – ganz im Gegenteil! 56 % glauben, die Gehaltsverhandlungen würden mit einem Experten, wie einem Coach oder Personalberater, für sie noch besser laufen.

Infografik: So arbeitet Deutschland.
Infografik: So arbeitet Deutschland.
(Bild: SThree)

Gute Leistung = gutes Gehalt?

Die So arbeitet Deutschland-Ergebnisse zeigen: Welche Kriterien aktuell laut der Befragten über das

Gehalt entscheiden und welche ausschlaggebend sein sollten, klaffen auseinander. Momentan werden 36 % nach Tarifeinstufung bezahlt, 29 % nach Berufserfahrung und 25 % nach Position. Die Mehrheit wünscht sich stattdessen Gehalt nach Leistung bzw. Erfolg (66 %). Als weitere Kriterien für den Lohn sollten laut Studie die Berufserfahrung (30 %) und die zu tragende Verantwortung (27 %) eine entscheidende Rolle spielen. Und auch wenn Soft Skills in der heutigen Arbeitswelt immer wichtiger werden, zeigt sich das nicht beim Gehalt – lediglich bei zwei Prozent der Befragten wirken sich diese Eigenschaften auf ihre Bezahlung aus.

Die repräsentative Studie So arbeitet Deutschland ist eine regelmäßige Untersuchung der Personalberatung SThree. Sie betrachtet die Wunscharbeitswelt deutscher Arbeitnehmer und Freelancer und vergleicht diese mit deren Wirklichkeit. Regelmäßig Updates dazu sowie ein Whitepaper finden Sie auch unter so-arbeitet-deutschland.com.

*Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der Yougov Deutschland GmbH, an der 1515 Personen zwischen dem 04.07.2018 und 11.07.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für Erwerbstätige ab 18 Jahren in Deutschland.

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