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Heißt der nächste Pharmamulti Apple?

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Noch vor fünf Jahren nahm Morten Schlothauer täglich acht verschiedene Tabletten und Kapseln ein, was gelegentlich zu Verwechslungen führte. Heute ermöglicht die moderne Technologie, die Anzahl der täglich von Herrn Schlothauer einzunehmenden Arzneimittel auf zwei zu reduzieren. Außerdem enthalten beide Arzneimittel einen sandkorngroßen Sensor, die „digital pill“, der bei Kontakt mit Magensäure reagiert und ein Signal über den Zeitpunkt der Einnahme an die Health-Watch sendet. So konnte in den letzten Jahren seine Patienten-Compliance deutlich erhöht werden.

Patientenindividuelle Medikamentenherstellung

Im Apothekenzentrum stehen für die Herstellung der patientenindividuellen Arzneimittel zwei verschiedene Technologien zur Verfügung: Beim ersten Verfahren werden Micro pellets mit definierten Wirkstoffdosen und mittels Coating gesteuerter Bioverfügbarkeit automatisiert in einer Hartgelatinekapsel kombiniert. Dies geschieht analog zu dem Verfahren, mit dem bis etwa 2027 Fertigarzneimittel ausgeeinzelt und in die Tagesfächer eines Wochenblisters gefüllt wurden. Die Dosierung durch den Arzt entspricht dabei der früher üblichen Auswahl aus Standarddosen von Fertigarzneimitteln.

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Die unterschiedlichen Micro pellets sind als Generika zugelassen und werden in genormten Kartuschen von Generikaherstellern geliefert, die mit den Kostenträgern Rabattverträge abgeschlossen haben. Beim zweiten Verfahren werden die Wirkstoffdosen vom zuständigen Arzt uneingeschränkt individuell festgelegt. Auf Basis des Rezepts errechnet eine Software ein digitales Pillenmodell aus einem Polymer. Individuelle Ausbuchtungen nehmen die Wirkstoffdosen auf. Ein 3D-Drucker druckt das Polymer, füllt die Ausbuchtungen mit den definierten Wirkstoffen und verschließt die Tablette mit einer Polymerschicht. Die einzelnen Arzneimittel unterliegen den Regularien für die Herstellung von Rezepturarzneimitteln und benötigen keine Zulassung.

Bei beiden Verfahren erfolgen Herstellung, Verblisterung und Verpackung der individualisierten Arzneimittel in einem validierten Prozess unter GMP-Bedingungen und unter Aufsicht einer sachkundigen Person. Der Herstellprozess wird durch geeignete Sensorik überwacht und elektronisch dokumentiert.

Spätestens 24 Stunden nach Bestellung nimmt Morten Schlothauer seine Arzneimittel in Wochenblistern zu Hause in Empfang.

Am Jahresende freut Herr Schlothauer sich über den Gutschein für ein Wellness-Wochenende mit seiner Frau, den ihm seine Krankenkasse für die Teilnahme am „Dr. Generic Wellnessprogramm“ überreicht.

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