Explosionsschutz

Fortschritte in der Explosionsschutz-Technik

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Druckentlastung

Die zweite Schutzmöglichkeit stellt die Entlastung dar, die den Druck über eine entsprechend große Öffnung abbaut. Deren Verschluss öffnet bei einem vorbestimmten Druck, um Schaden an der Anlage zu verhindern. Die ursprünglichen Verschlüsse waren Metallbleche, Kunststoff- oder Verbundmaterialplatten. Sie konnten zwar alle den Druck nach außen entlassen, aber man konnte nicht genau bestimmen, mit welchem Druck sie abließen (Pstat). Außerdem hatten sie Probleme mit Vakuum oder mit Wechseldrücken in der Anlage, und sie waren sehr schwer. All das verhinderte, dass man den Aulösedruck (Pred) exakt vorhersagen konnte. Diese Probleme wurden intensiv angegangen, und heute bieten die Panele ein vorhersagbares Verhalten. Die Vorschriftensektion der amerikanischen NFPA 68-2007 bietet eine Vielzahl von Verbesserungen für die Berechnung von Druckentlastungssystemen.

Die bedeutendste Entwicklung der letzten Jahre war zweifelsohne die Einführung der flammenlosen Druckentlastung. Aufgrund der verstärkten Wahrnehmung von Explosionsrisiken hat man viele Prozesse in Bezug auf Schutzmöglichkeiten untersucht. Diese Prozesse finden aber oft in Gebäuden statt, wo klassische Druckentlastung nicht verwendet werden kann. Die flammenlose Entlastung bietet jetzt aber eine Alternative zur Explosionsunterdrückung. Hier wurden die klassische Druckentlastung mit einer Flammensperre kombiniert, die zusätzlich auch die ausgestoßenen Partikel zurückhält. Mit vergrößerten Entlastungsflächen ist sie auch beim Einsatz in Gebäuden eine erprobte, sichere Alternative.

Mit den vorgenannten Methoden kann man zwar den Druck auf unbedenkliche Werte reduzieren, aber der Flamme an sich komm man damit nicht bei. Infolge dessen können im Silo oder Filter Restfeuer verbleiben. Deshalb sind diese Einrichtungen häufig mit Inertisierungsanlagen auf der Basis von CO2 oder N2 ausgestattet. Allerdings erlaubt die Entlastungsöffnung, dass das Inertgas aus- und Luftsauerstoff eintritt, was die Kontrolle des Feuers sehr erschwert. Dieses Problem ist man mit der jüngst vorgestellten, sich wieder schließenden Entlastungsklappe angegangen. Im Fall des Falles verhält sich das System wie ein normales Entlastungssystem, aber nach Durchgang der Druckwelle geht das Klappenmaterial wieder in seine Ausgangsposition zurück. Die offene Fläche wird dabei auf etwa fünf Prozent reduziert, was eine effektive Bekämpfung des Feuers mittels Inertgas ermöglicht.

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