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... der Produktion mit sich. Die Krise habe gezeigt, man könne sich "weder auf die Politik noch auf Banken verlassen, nur auf unsere Kunden. Zwar verringert unser kompletter Warenkorb und unsere weltweite Verbreitung das Risiko - das hat aber auch in der letzten Krise nicht gereicht." Eine Konsequenz für das Führungsteam des Familienunternehmens ist, die Eigenkapitalquote weiter zu stärken, um unabhängiger von Banken zu werden. Eine weitere Maßnahme ist der strategische Ausbau im Bereich der Biotechnologie. Diese Branche habe sich in der Krise weniger volatil gezeigt und bietet gleichzeitig ein Wachstumspotenzial für die Messtechnik-Experten.
Qualität von Wachstum bei Endress und Hauser im Vordergrund
Doch auch die Qualität von Wachstum ist für Endress ein Thema: "Wichtig für uns als Unternehmen ist es, Antworten auf diese Herausforderungen zu finden. Ich bin überzeugt, wir müssen ein anderes Wachstum zu bekommen: mehr Qualität als pure Quantität. Für uns als E+H eröffnet sich daraus ein weites Feld, Dinge gleichzeitig besser, schneller, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher zu erledigen:
So haben wir beispielsweise einem Kunden in den USA, Shaw Industries, Coriolis-Durchflussmessgeräte mit Ethernet-Anschluss geliefert. Kein anderer Hersteller bietet solche Geräte an. Shaw hat mit unseren Promass eine Färbelinie für Teppichböden umgerüstet. Damit kann er jetzt Durchflussraten von 0,5 bis über 50 Liter in der Minute realisieren. Mit dem Effekt, dass auf der gleichen Linie jetzt 78 unterschiedliche Produkte gefärbt werden können statt wie bisher nur 48. Der Aufwand in der Produktion ist massiv zurückgegangen, der Bedarf an Farb- und Zusatzstoffen wurde deutlich gesenkt. Der Kunde spart Geld, und auch die Umwelt profitiert davon!" sagt Endress.
Aus dem Umweltbereich nennt Endress ein Beispiel beim Bau neuer Klärwerke: "Den französischen Umweltkonzern Vinci Environnement haben wir bei einem neuen Ansatz zur Planung von Kläranlagen unterstützt. Mit diesem EcoSafe-Konzept betrachtet Vinci den gesamten Lebenszyklus der Kläranlage – vom Bau über den Betrieb bis hin zum Abriss. Das ermöglicht Aussagen darüber, mit welcher Ausrüstung und mit welcher Technologie das beste Ergebnis zu niedrigsten Kosten erzielt wird. Wo sich aufwändige Messungen bezahlt machen, weil dann zum Beispiel zur Abwasserreinigung viel weniger Energie nötigt ist. Schließlich haben wir dem schwedischen Bergbau-Konzern Boliden geholfen, den Betrieb einer Kupfergrube in Schwedisch-Lappland für die nächsten 20 Jahre zu sichern. Der Erzgehalt dort am Polarkreis ist extrem niedrig. Doch dank modernster Prozesse beträgt die Ausbeute über 93 Prozent. Unsere Messtechnik ermöglicht, diese Prozesse genau und zuverlässig zu steuern. Und sie hilft, den Aufwand für Betrieb und Instandhaltung klein zu halten. Über jeden Webbrowser haben die Boliden-Mitarbeiter ständig Zugriff auf wichtige Geräteinformationen. So können sie die Wartung vorausschauend planen und Anlagenstillstände vermeiden. Das hilft dem Minenbetrieb, gegen die Konkurrenz aus Südamerika und anderswo zu bestehen", sagt Endress.
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