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Energy Excellence Forum 2016

Energiekosten sparen – wettbewerbsfähig bleiben

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Eigenerzeugung als Wettbewerbsvorteil

Wie kann ein Unternehmen die Eigenerzeugung von Energie in einen Wettbewerbsvorteil ummünzen? Diese Frage treibt seit Jahren Ralf Schmeißer um, Leiter Infrastrukturplanung und Entwicklung bei Merck Darmstadt, der einige pointierte Aussagen zum Besten gab, z.B. zum Thema Versorgungssicherheit.

Von der Politik werden die Probleme, die Stromausfälle selbst im Millisekundenbereich, in der Chemieproduktion auslösen, gerne herunter gespielt. Doch das Problem sei auch in den alten Bundesländern vorhanden, betonte Schmeißer. Am Stammsitz in Darmstadt stammen 70 % des Stroms aus eigener Gewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung. In den letzten Jahren ist hier viel gebaut worden: Die OLED-Herstellung und die Pharmaanlagen wurden erweitert und demnächst kommt noch die neue Konzernzentrale hinzu.

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Die Anforderungen an die Klimatechnik steigen also, da vor allem validierte Produktionen (GMP) sowie Neubauten für Forschung und Entwicklung temperatursensibel sind und die Reinräume ständig klimatisiert sein müssen. „Der wirtschaftliche Beitrag durch die Nutzung der Abwärme der KWK-Anlage wird wichtiger“, erklärte Schmeißer.

Denn die Neuanlagen sind nicht von der EEG-­Umlage befreit und auch das neue Kraftwärme-Kopplungsgesetz errichtet neue Hürden, wie beispielsweise die Pflicht KWK-Strom, der nicht selbst verbraucht wird, direkt zu vermarkten. Ein neues Konzept musste also her, das zwei Besonderheiten berücksichtigen sollte: Auch im Winter werden durch EDV und Produktion etwa 900 KW Kälte benötigt und im Sommer steigt die Grundlast auf 2500 KW.

Mit dem neuen Konzept, das Wärme- und Kälteproduktion vernetzt, schlägt Merck zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Abwärme des BHKWs speist im Sommer einen Absorber, der auch im Winter in Mindestlast unter gleichzeitiger Abwärmenutzung für Heizzwecke betrieben werden kann.

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