Suchen

Eine Marke der PROCESS Gruppe

Chinesischer Pharmamarkt Diese Chancen bietet die chinesische Pharmaindustrie deutschen Zulieferern

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

China ist der zweitgrößte Pharmamarkt der Welt und ein Wachstumsmotor. Noch wird der Löwenanteil der patentgeschützten Arzneimittel eingeführt, aber das Reich der Mitte holt auf und investiert in seine Pharmabranche. Die deutsche pharmazeutische Zulieferindustrie könnte davon profitieren, denn westliche Technologie ist begehrt und investiert wird ebenfalls.

Firmen zum Thema

Der Pharmamarkt in China ist für deutsche Zulieferer ein dynamischer, aber lukrativer Markt.
Der Pharmamarkt in China ist für deutsche Zulieferer ein dynamischer, aber lukrativer Markt.
(Bild: ©alexlmx - stock.adobe.com)

Bayer, Boehringer Ingelheim tun es und Merck auch – ebenso wie die drei deutschen Pharmaunternehmen investieren alle Pharmariesen in China und wollen am Wachstum des zweitgrößten Pharmamarktes teilhaben. Auch wenn die Goldgräberstimmung in den letzten Jahren leicht abgeflaut ist, glänzt der chinesische Pharmamarkt immer noch mit beeindruckenden Wachstumsraten. So prognostizieren z.B. die Marktforscher von IQVIA, dass Unternehmen die Chance haben, bis 2022 bis zu 173 Milliarden US-­Dollar im chinesischen Arzneimittelmarkt umzusetzen.

Import patentgeschützter Medikamente

Der Löwenanteil der Medikamente wird bisher eingeführt, ein großer Teil davon aus Deutschland. Zahlen des VFA belegen, dass Arzneimittel im Wert von vier Milliarden Euro nach China und Indien exportiert werden – vor allem patentgeschützte Arzneimittel. Umgekehrt beziehen deutsche Pharmaunternehmen aus China in der Hauptsache pharmazeutische Grundstoffe und Generika.

(Bild: IQVIA)

Von den, laut China National Pharmaceutical Industry Information Center, 4800 Pharmaunternehmen produzieren fast die Hälfte (49 %) Grundstoffe, rund 30 % traditionelle chinesische Medizin und 16 % haben sich auf Biotechnologie spezialisiert. Ein echter chinesischer Champion, der in der gleichen Liga spielt, wie Novartis, Roche & Co. fehlt bisher. Recherchen von German Trade & Invest zufolge, liege das auch daran, dass die eigene Bevölkerung eher zur traditionellen chinesischen Medizin greift und den von chinesischen Herstellern entwickelten und produzierten Wirkstoffen misstraut. Wer es sich leisten kann, kauft Originalpräparate ausländischer Pharma­unternehmen.

Reformen und schärfere Genehmigungsverfahren

Doch die Aufholjagd hat begonnen. In den letzten Jahren hat Peking den Zulassungsprozess für neue Medikamente verschärft und auch die Generikahersteller strenger an die Kandare genommen. Ziel mehrerer Kampagnen ist es, die Qualität der Produktion insgesamt zu verbessern, Preise heimischer Arzneimittel zu senken und Chinas Ruf als Generikahersteller Nummer 1 zu festigen. Allerdings haben die hohen Kosten der Genehmigungsverfahren auch dazu geführt, dass viele Unternehmen ihre Produktion eingestellt haben, was zu einer Marktkonsolidierung geführt hat.

Chinesische Zulieferindustrie hat Nachholbedarf

Parallel zur Pharmaindustrie hat sich seit 1970 quasi aus dem Nichts auch eine Zulieferindustrie entwickelt, die Basic Equipment für die pharmazeutische Industrie produziert. Rund 1000 Unternehmen zählte 2018 die China Association for Pharmaceutical Equipment. Immerhin 125 davon erzielen einen Umsatz von 20 Millionen Yuan (etwa 2,5 Millionen Euro) oder mehr.

Zum Vergleich: Einige der mittelständisch geprägten deutschen Pharmaapparatebauer erzielen ein Umsatz von mehr 300 Millionen Euro jährlich. Auch technologisch hinken die chinesischen Zulieferer noch hinterher, das ergab eine Studie von M2 Consulting und PharmaTEC China. Gerade kleinere, lokale Hersteller fertigten nur Kopien an, ohne in eine eigene Entwicklung zu investieren. Wer HighTech sucht, greift daher in der Regel zu europäischem Equipment. Trotz ihrer Technologiestärke haben aber in den Augen chinesischer Pharmaunternehmen auch westliche Anbieter Mängel.

Chinas Pharma-Ausrüstermarkt 2020: Aktueller Status, Trends und Handlungsempfehlungen“

Mit aktuell über 4.800 Pharmaproduzenten bietet der chinesische Markt weiterhin riesige Chancen für die globale Ausrüsterbranche. Dieser 40-seitige englischsprachige Report soll Ihnen dabei helfen, ein besseres Verständnis des gegenwärtigen chinesischen Pharmamarktes zu gewinnen. Basierend auf Umfrageergebnissen unter Anwendern in der pharmazeutischen Industrie sowie Experteninterviews zeigt der Report eine Branchen-Prognose auf und gibt Handlungsempfehlungen für Ihre zukünftigen Betriebs- und Investitionstätigkeiten in China.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass lokale Ausrüster mit schnellen und effizienten Dienstleistungen und Services offenbar besser punkten können, als die Technologieführer aus dem Westen“, erklärt Jiaqi Zhu, Projektmanagerin Market Insights bei der Vogel Communications Group. Die Studie arbeitete aber auch einen hohen Investitionsbedarf der Unternehmen heraus – etwa für höhere Produktionskapazitäten sowie Digitalisierungsmaßnahmen.

(ID:46586867)