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Energy Excellence Forum 2019

Die neue ISO 50001 kommt – Was ist jetzt zu tun? Wir geben die wichtigsten Antworten.

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Vorgaben für Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 haben sich geändert. Das schafft Handlungsdruck für viele Unternehmen. Was jetzt zu tun ist, erfahren Sie auf dem Energy Excellence Forum am 15. und 16. Mai in Frankfurt.

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Die neue ISO 50001 bringt Neuerungen in Sachen Energiemanagement.
Die neue ISO 50001 bringt Neuerungen in Sachen Energiemanagement.
(Bild: ©Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Unternehmen müssen jetzt ihre Energiemanagementsysteme auf den Prüfstand stellen und mit der Umsetzung der zahlreichen Neuerungen beginnen, die aus der Neufassung der Norm ISO 50001 resultieren. Denn die Zeit drängt: Anders als bei Normumstellungen gemeinhin üblich, haben Unternehmen faktisch diesmal nur 18 Monate statt drei Jahre Zeit, die Anforderungen zu erfüllen. Diese Frist endet am 20. Februar 2020; ab dann dürfen Zertifizierer nur noch nach der neuen Norm prüfen.

Wie nutzt man die knappe Umstellungsfrist?

Insbesondere stromkostenintensive Industriebetriebe, die die Härtefallregelung des EEG nutzen und deren Managementsystem deswegen jährlich überwacht wird, trifft diese Frist. Sie sollten umgehend untersuchen, an welchen Stellen sie nacharbeiten müssen und wo sie auf Vorhandenes aufbauen können. Nur so lässt sich abschätzen, wieviel Aufwand wirklich damit verbunden ist. Etwas mehr Zeit haben Unternehmen, die keine jährliche Auditierung benötigen: Deren Zertifikate nach der alten Norm ISO 50001:2011 sind noch bis 20. August 2021 gültig.

Das Energy Excellence Forum widmet eine ganze Session diesem spannenden Thema.

Event-Tipp der Redaktion Das von PROCESS organisierte Energy Excellence Forum am 15./16. Mai 2019 in Frankfurt am Main zeigt eine Vielzahl von technischen Konzepten und Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz. Welche Themen beim letzten Energy Excellence Forum diskutiert wurden, lesen Sie in unserem Beitrag „Energy Excellence Forum 2018 – Strategien für mehr Energieeffizienz“.

Unter dem Titel „Neue ISO 50001 trifft alte Energieperformance – Kennzahlen: Probleme und Lösungsansätze aus dem Mittelstand“ beschäftigt sich Stefan Authier, Abteilungsleiter Energie- und Prozessmanagement/Business Development; Infraserv Gendorf mit der Frage, wie der Nachweis der Verbesserung der energetischen Leistung sauber geführt werden kann. Das ist nämlich eine der wesentlichen Forderungen der neuen ISO 50001. Es muss klar dargelegt werden, mit welchen Verfahren diese Nachweisführung („Verifizierung“) erfolgen soll und wie relevante Parameter, die nicht beeinflussbar sind herausgerechnet werden.

Diese kombinierte Herausforderung sei zu viel für die Standard-Kennzahlen, die viele Unternehmen im Energiemanagement installiert haben, meint Authier. Der Vortrag zeigt vor diesem Hintergrund Beispiele, wie dieser Herausforderung mit angemessenem Aufwand begegnet werden kann:

Was funktioniert an herkömmlichen Kennzahlen oft nicht mehr? Sie sind z.B. oft nicht wirklich normiert. Was bzw. wie muss ich normalisieren? Wann habe ich jetzt den Nachweis geführt? Und als Perspektive: Was hat das nun mit Industrie 4.0. zu tun?

Datenerfassung und -auswertung – Grundlage für die Erstellung von Energiekennzahlen

„Können Sie Ihre Verbesserung der energiebezogenen Leistung klar darstellen?“ fragt Lukas Dökel, Market Management Industry & Process bei Wago. Er erantwortet die vertrieblichen Aktivitäten für den Bereich Strom- und Energiemesstechnik.

Mit der neuen ISO 50001:2018, ISO 50006 und ISO 50015 wird vermehrt Augenmerk auf die Verbesserung Ihres Leistungsbezuges gelegt. Ziel ist es, den Verbrauch wesentlicher SEUs (Energieverbrauchsbereiche) zu ermitteln und um variable Einflussfaktoren wie das Wetter oder die Produktionsauslastung zu normalisieren.

Durch die Bildung von aussagekräftigen Kennzahlen müssen und können Unternehmen Ihre Effizienzsteigerung dann klar darstellen. Auf diesem Weg will Wago mit Lösungen zur Datenerfassung und Kennzahlenbildung begleiten. Neben der Anbindung von Bestandssensoren und der Implementierung neuer Messstellen, werden Teilnehmer befähigt deren Aussagekraft zu erhöhen. Im Vortrag lernen die Teilnehmer: Flexible Datenerfassung – Kennzahlenbildung - Projektbeispiele

Energiemanagement und Machine Learning

Wie der Stand der Entwicklung von Machine Learning im Energiemanagement ist und welche konkreten Anwendungsbeispiele es gibt, sowie welche zukünftige Entwicklungen zu erwarten sind, erfahren die Teilnehmer im Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Mark Junge, Geschäftsführer von Limon.

Hintergrund seines Vortrags: Die Anforderungen im Bereich der Energieeffizienz und im Energiemanagement steigen. Die aktuellen Ziele der Bundesregierung hinsichtlich Klima werden bis 2020 wohl verfehlt. Da aber Energie neben der Erfüllung der Klimaziele auch ganz pragmatische wirtschaftliche Ziele für Unternehmen bedeutet, ist es wichtig, hier kontinuierlich neue Potentiale zu heben

Dabei kommt der Energiedatenanalyse immer größere Bedeutung zu. Da nur so systematisch neue Potenziale gehoben werden können. Die Novellierung der ISO 50001 hat mit der neuen Norm 50006 auch das Thema aufgenommen und die Betrachtung von Einflussgrößen weiter geschärft.

Es gilt aber auch hier im Rahmen der Digitalisierung neue Wege zu beschreiten. Machine Learning- Algorithmen werden heute bereits in verschiedenen Anwendungen implementiert. Machine Learning oder auch Deep Learning ist ein Teil von dem, was wir aktuell unter künstlicher Intelligenz zusammenfassen. Dabei geht es vor allem um die Analyse von großen Datenmengen. Maschinen lernen, indem sie neue Informationen auf komplexe Weise analysieren. Im Energiemanagement ist dies der nächste Schritt, um Transparenz zu schaffen, Prozesse zu automatisieren und neue Potentiale für Einsparungen zu finden.

Im Bereich des Energiemanagements und der Energieeffizienz ist das Thema aber noch Neuland. Doch hier ergeben sich viele Möglichkeiten und Einsatzgebiete. Welche das sind erfahren Sie auf dem Energy Excellence Forum 2019.

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