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Deutschland ist Exportweltmeister von Chemieprodukten
Ein starker Motor der deutschen Industrie ist die Chemie- und Pharmabranche, die rund 430.000 Menschen beschäftigt und einen jährlichen Gesamtumsatz von 184 Milliarden Euro erwirtschaftet. Chemieprodukte sind die Grundlage vieler Alltagsanwendungen – von Klebstoffen über Dämmstoffe bis hin zu Verpackungsmaterialien. Mit ihrer zentralen Rolle in den Wertschöpfungsketten der Industrie, hoher Innovationskraft und in enger Kooperation mit der Wissenschaft entwickelt die Chemie Lösungen für viele Alltagsbereiche.
Gleichzeitig ist die deutsche Chemieindustrie eng in die internationale Arbeitsteilung eingebunden und war im Jahr 2011 zum wiederholten Male Exportweltmeister von Chemieprodukten mit Ausfuhren im Wert von mehr als 150 Milliarden Euro. Deutschland ist der viertgrößte Chemieproduzent der Erde und bezieht seinerseits jährlich chemische Produkte aus anderen Ländern im Wert von 87 Milliarden Euro.
Ein wichtiges Element der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie ist der freie Welthandel. Für die chemische Industrie spiegelt sich dieses Thema unter anderem in den Themen Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse wider. Weltweit werden pro Jahr mehr als zwei Milliarden Euro an Zöllen auf Chemieprodukte aus Deutschland erhoben.
Deshalb setzt sich die Chemiebranche grundsätzlich für weltweit offene Gütermärkte und die Abschaffung aller Chemiezölle ein. Zu den nichttarifären Handelshemmnissen zählen so unterschiedliche Themen wie Mindestanteile heimischer Wertschöpfung bei Investitionen, Ausfuhrverbote für wichtige Rohstoffe in einigen Staaten oder technische Vorschriften, die von Regierungen mit dem Ziel erlassen werden, internationalen Wettbewerb außerhalb der eigenen Grenzen zu halten. Solche Handelshemmnisse behindern den internationalen Chemiehandel und müssen nach Meinung des VCI ebenso wie Zölle vollständig abgebaut werden.
WTO verliert an Bedeutung
Ein weiteres Thema der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist der unzureichende Schutz geistigen Eigentums in Form von Patenten in manchen Schwellenländern. Einige Staaten machen es darüber hinaus zur Auflage, dass neben der Produktion auch die entsprechende Forschung bei ihnen vor Ort stattfindet. Die Industrie muss mitziehen, wenn sie nicht wichtige Märkte der Konkurrenz preisgeben möchte. Diese und andere protektionistische Tendenzen sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise verstärkt zu beobachten.
Hinzu kommt, dass multilaterale Strukturen wie die Welthandelsorganisation (WTO) schleichend an Bedeutung verlieren. In der WTO treten die multilateralen Freihandelsverhandlungen im Rahmen der Doha-Runde seit Langem auf der Stelle und werden zunehmend durch bilaterale Vereinbarungen zwischen einzelnen Ländern ersetzt (zum Beispiel China in Afrika oder Japan in Südostasien). Staaten, die von solchen Vereinbarungen ausgeschlossen sind, haben ihrerseits Nachteile.
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