Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Deutsche Chemiekrise spitzt sich zu/Chinas Exporte schwächer

Quelle: dpa 19 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

14.04.2026

Magdeburg (dpa) *16:00 Uhr – Pakt soll Chemieindustrie in Ostdeutschland stabilisieren

Mit einem gemeinsamen Chemie- und Raffineriepakt wollen Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften die angeschlagene Chemieindustrie in Ostdeutschland stabilisieren. «Auf Bundesebene muss jetzt gehandelt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Chemieindustrie zu sichern, um Investitionen und Innovationen zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu erhalten», sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in Magdeburg. Zu den Unterzeichnern zählen neben Richter die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler, die Landesbezirksleiterin der Industriegewerkschaft IGBCE Nordost, Stephanie Albrecht-Suliak, sowie der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen.

Ziel des Pakts ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und industrielle Wertschöpfungsketten zu erhalten. Gefordert werden unter anderem wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Die Chemieindustrie in Ostdeutschland steht seit Jahren unter Druck. In der Branche arbeiten laut offiziellen Zahlen rund 63.000 Menschen, und sie erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro. Dennoch gehen Produktion und Umsätze zurück, viele Unternehmen schreiben Verluste.

Schmidt-Kesseler betonte die zentrale Rolle der Branche für den Standort. «Die chemisch-pharmazeutische Industrie und die Raffineriebranche sind von grundlegender Bedeutung für industrielle Wertschöpfung, Wohlstand und wirtschaftliche Resilienz in unserem Land», sagte sie. Zugleich warnte sie, dass tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze und ganze Wertschöpfungsketten in Sachsen-Anhalt auf dem Spiel stünden. Bereits im Dezember hatten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften bei einem Chemiegipfel im sächsischen Böhlen vor einem weiteren Niedergang der Branche gewarnt.

Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus geopolitischen Entwicklungen. Vor allem die Lage im Nahen Osten und gestörte Lieferketten treiben die Kosten für Energie und Rohstoffe in die Höhe und sorgen für Verzögerungen bei wichtigen Vorprodukten.

Washington (dpa) *15:01 Uhr – IWF senkt Prognosen für Weltwirtschaft und Deutschland

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. «Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten», heißt es anlässlich des neuesten Ausblicks der Organisation. Waren es vergangenes Jahr noch «höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit» - das dürfte eine mildernde Umschreibung für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sein - belasten jetzt das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von Hormus und die Unsicherheit durch den Krieg.

Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten - die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden. Für Deutschland bedeutete dies nur ein Vierteljahr nach der jüngsten Anhebung wieder eine Korrektur nach unten: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen - noch im Januar hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt.

Paris (dpa) *12:18 Uhr – IEA rechnet wegen Iran-Krieg mit geringerer Öl-Nachfrage

Durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs geht die internationale Energieagentur IEA für dieses Jahr mittlerweile von einer geringeren Öl-Nachfrage aus. Aufs Jahr gesehen erwartet die IEA einen Nachfragerückgang von 84.000 Barrel pro Tag, wie es in ihrem monatlichen Ölmarktbericht heißt.

Damit senkt die in Paris ansässige Agentur ihre Prognose deutlich. Im März war sie noch davon ausgegangen, dass die Nachfrage dieses Jahr um etwa 644.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen werde. Allerdings liegen beiden Monatsberichten leicht unterschiedliche Werte für die Nachfrage nach Öl im vergangenen Jahr zugrunde. Insgesamt geht die Organisation von einer täglichen Rohöl-Nachfrage von gut 100 Millionen Barrel aus.

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Für das zweite Quartal dieses Jahres dürfte es laut IEA einen Nachfragerückgang von 1,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geben. Einen solch rapiden Rückgang gab es dem Bericht zufolge seit der Corona-Pandemie nicht. Zunächst sei die Ölnutzung vor allem im Nahen und Mittleren Osten und im asiatisch-pazifischen Raum zurückgegangen. Doch bleibe das Öl knapp und die Preise hoch, werde die Nachfrage auch andernorts stärker zurückgehen.

Durch den Krieg seien die Öllieferungen im März abrupt eingebrochen, im April habe sich der Negativtrend fortgesetzt. Die IEA geht allerdings davon aus, dass sich die Lieferketten ab Mai wieder normalisieren könnten und Ölpreise wieder sinken. Für die Quartale der zweiten Jahreshälfte sieht die Agentur daher wieder mehr Hunger auf Öl als noch in den Vorjahreszeiträumen.

Düsseldorf (ots) *11:01 Uhr – Stadtwerke Düsseldorf und Henkel versorgen ab sofort den Düsseldorfer Süden mit Industrieabwärme

Auf dem Werksgelände von Henkel nimmt heute die neue Energiezentrale der Stadtwerke Düsseldorf ihren Betrieb auf. Erstmals wird hier industrielle Abwärme in Fernwärme für Privathaushalte umgewandelt. Damit gelingt ein wichtiger Schritt zur weiteren Dekarbonisierung der Fernwärme in Düsseldorf. Die innovative Energiezentrale gehört deutschlandweit zu den Vorreiter-Projekten ihrer Art.

Peking (dpa) *09:16 Uhr – Chinas Exporte schwächen sich im März ab

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und steigender Unsicherheit im Welthandel hat Chinas Exportwachstum im März deutlich an Tempo verloren. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 2,5 Prozent, wie aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht. Damit fiel das Exportwachstum erheblich schwächer aus als von Analysten erwartet. In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten Chinas Exporte noch deutlich stärker zugelegt.

Überraschend kräftig legten dagegen im März die Importe um fast 28 Prozent zu. Chinas Handelsüberschuss schrumpfte dadurch auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs sorgen steigende Energiepreise und neue Unsicherheit über Lieferketten für Belastungen. Eine besondere Rolle spielt dabei die Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft. Höhere Kosten für Energie und Transport dürften auch exportorientierte chinesische Unternehmen belasten. Zugleich könnten die Verwerfungen im Nahen Osten die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten dämpfen.

Marktbeobachter sehen jedoch auch stützende Faktoren für China. So könnte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde mittelfristig davon profitieren, dass sie bei grünen Energietechnologien und Elektroautos stark aufgestellt ist. Die Sorge vor steigenden Ölpreisen könnte in anderen Ländern die Nachfrage nach solchen Produkten erhöhen.

Im Handel mit anderen wichtigen Partnern zeigte sich im März ein uneinheitliches Bild. In die USA gingen Chinas Exporte im Jahresvergleich um 26,5 Prozent zurück, während die Importe aus den Vereinigten Staaten leicht um 1,0 Prozent zulegten. In die EU stiegen Chinas Exporte dagegen um 8,6 Prozent, zugleich legten die Importe aus der Staatengemeinschaft mit 8,5 Prozent in ähnlicher Höhe zu. Im Handel mit Deutschland erhöhten sich Chinas Exporte um 11,8 Prozent, die Importe stiegen dagegen nur um 4,6 Prozent.

«Chinas jüngste Bemühungen um einen ausgewogeneren Handel kommen bei unseren deutschen Unternehmen bislang kaum an», sagte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina. Hintergrund ist, dass Peking zuletzt mehrfach betont hatte, den Handel ausgewogener gestalten und die Binnennachfrage stärken zu wollen. Für deutsche Unternehmen ist es laut Oehms nun entscheidend, dass China Maßnahmen zur spürbaren Nachfragebelebung ergreift.

München (ots) *09:11 Uhr – Fachkräfte im Wandel: Industrie 4.0 treibt Nachfrage und neue Kompetenzprofile

Der Fachkräftemangel in der industriellen Automatisierung bleibt hoch. Eine Analyse von rund 7.000 Stellenanzeigen durch die Developer Akademie zeigt eine konstant starke Nachfrage nach SPS-Programmierern über zahlreiche Branchen hinweg. Besonders gefragt sind diese Fachkräfte im Maschinen- und Anlagenbau (18 %), im IT-Sektor (17 %), in der Metall- (8 %) und Bauindustrie (8 %) sowie im Groß- und Einzelhandel (6 %) und der Automobilbranche (5 %).

Trotz konjunktureller Schwäche investieren Unternehmen gezielt in die Automatisierung ihrer Produktionsprozesse. «Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Druck, Prozesse effizienter und produktiver zu gestalten. Automatisierung wird damit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor und die Fachkräfte in diesem Bereich zu einer Schlüsselressource», sagt Linus Kauer, Geschäftsführer der Developer Akademie.

Branchenverbände warnen seit Längerem vor strukturellen Engpässen. So betont der ZVEI die zentrale Rolle der Automatisierung für die Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Parallel verweist der VDMA darauf, dass rund 80 Prozent der Maschinenbauunternehmen Schwierigkeiten haben, ausreichend qualifizierte Fachkräfte für Industrie-4.0-Anwendungen zu finden.

Mit der zunehmenden Vernetzung von Produktionsanlagen wandelt sich zugleich das Berufsbild. Steuerungstechnik wächst immer stärker mit IT-Integration zusammen. Gefragt sind hybride Profile, die Maschinenprozesse verstehen und Anlagen in übergeordnete Systeme wie ERP-, Cloud- oder IoT-Plattformen einbinden können. «Unternehmen suchen gezielt nach SPS-Programmierern, die Maschinenprozesse verstehen und zugleich Softwarearchitekturen entwickeln können», erklärt Kauer.

Für die Umsetzung von Industrie 4.0 werden daher zunehmend zusätzliche IT-Kenntnisse erwartet - etwa in Programmiersprachen wie Python, C# und JavaScript sowie in Bereichen wie Schnittstellen- und Datenintegration, SQL, Docker und Cloud-Deployment. Diese erweiterten Qualifikationen zahlen sich auch finanziell aus: Während klassische SPS-Spezialisten mit mehrjähriger Erfahrung häufig zwischen 55.000 und 70.000 Euro verdienen, können Fachkräfte mit IT-Integrations-Know-how deutlich höhere Gehälter erzielen.

13.04.2026

Magdeburg (dpa/sa) *17:30 Uhr – Chemie- und Raffineriepakt soll Industrie stabilisieren

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Krise in der Chemieindustrie wollen Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften in Sachsen-Anhalt einen Chemie- und Raffineriepakt schließen. Die Vereinbarung soll am Dienstagnachmittag im Wirtschaftsministerium in Magdeburg unterzeichnet werden.

Beteiligt sind Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU), Vertreter der Industriegewerkschaft IGBCE sowie des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie. Auch die Nordostchemie-Verbände sind vertreten.

Mit dem Pakt sollen zentrale Herausforderungen der Branche adressiert werden. Dazu zählen die Sicherung wettbewerbsfähiger Energiepreise, der Erhalt industrieller Wertschöpfungsketten sowie bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Genehmigungsverfahren.

Die Chemieindustrie in Ostdeutschland steht erheblich unter Druck.

«Wir erleben gerade die schwerste Krise der Chemie seit der Wiedervereinigung», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler.

Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus der Lage im Nahen Osten und daraus resultierenden gestörten Lieferketten. Wichtige Rohstoffe und Vorprodukte werden teurer, zugleich kommt es zu Verzögerungen bei Lieferungen.

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