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Gute Ergebnisse im ersten Halbjahr Biotech-Geschäft beschert Lonza starkes Umsatzwachstum

Redakteur: MA Alexander Stark

Für die erste Jahreshälfte 2020 konnte der Pharmakonzern Lonza für die gesamte Gruppe ein hohes Umsatzwachstum von 7,7 % und eine robuste Kern-Ebitda-Marge von 29,1 % bekannt geben. Getragen wurden die guten Ergebnisse vom Segment Pharma Biotech & Nutrition (LPBN). Zurückzuführen ist dieses Wachstum auf eine hohe Nachfrage nach Verfahren und Dienstleistungen, unter anderem für Programme im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

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Auch während Covid-19 konnte Lonza ein starke operative Leistung erzielen.
Auch während Covid-19 konnte Lonza ein starke operative Leistung erzielen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Basel/Schweiz – Dank eines Umsatzwachstums von 10,8 % und einer Kern-Ebitda-Marge von 34,1 % im Segment Pharma Biotech & Nutrition konnte Lonza in der ersten Jahreshälfte ein starkes Umsatzwachstum erwirtschaften. Das Segment Specialty Ingredients (LSI) wies ein stagnierendes Umsatzwachstum und eine gestiegene Kern-Ebitda-Marge von 19,7 % aus.

Im Mai 2020 gab der Konzern eine 10-jährige strategische Zusammenarbeit mit Moderna basierend auf der mRNA-Plattform bekannt. Die Vereinbarung sieht die Herstellung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten vor (mRNA-1273). Lonza wurde aufgrund seines umfangreichen globalen Netzwerks von Produktionsanlagen sowie seiner Erfahrung in der Skalierung der Herstellung innovativer Medikamente ausgewählt. Der Technologietransfer wurde bereits abgeschlossen und die erste mRNA-GMP-Charge wird voraussichtlich Ende Juli 2020 von der Anlage von Lonza Portsmouth (USA) bereitgestellt.

Bei der Ausgliederung des LSI-Segments aus der Geschäftstätigkeit der Lonza Group wurden weitere Fortschritte erzielt. Für jedes Segment wurden neue Rechtseinheiten gegründet. Alle Mitarbeitenden, kommerziellen Verträge, operativen Prozesse und Daten wurden den entsprechenden Einheiten bereits zugewiesen. Noch sind einige Arbeiten notwendig, um die Ausgliederung abzuschließen. Doch die komplexeren und kritischeren Bereiche des Prozesses sind nun weitgehend geregelt. Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsrat am 23. Juli 2020 beschlossen, für das LSI-Segment im zweiten Halbjahr 2020 einen Verkaufsprozess einzuleiten. Der Zeitpunkt sei optimal für Käufer, da LSI seine Rentabilität und Widerstandsfähigkeit als Spezialchemikalienunternehmen während der Covid-19-Pandemie unter Beweis gestellt habe, so das Unternehmen. Der Verkauf soll es dem Unternehmen ermöglichen, sich auf den Ausbau seiner Position als Produktionspartner in der Pharma- und Biotechindustrie zu konzentrieren und gleichzeitig ihren Aktionären optimale Wertschöpfung und Wachstum zu bieten.

Die Gruppe bestätigt ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatzwachstum über mittlerem einstelligen Bereich und einer stabilen Kern-Ebitda-Marge. Allerdings seien vor dem Hintergrund der weltweit unsicheren Lage alle Prognosen mit besonderer Vorsicht zu genießen, hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

Covid-19: Steigende Nachfrage nach Dienstleistungen und Verfahren

Verspätungen klinischer Studien und die rückläufige Produktnachfrage bei Universitäten und Forschungseinrichtungen stellten das Segment vor Herausforderungen. Während der Pandemie vermochte LPBN als Anbieter lebensnotwendiger Güter und Dienstleistungen die Geschäftstätigkeit jedoch aufrechtzuerhalten. Es bestand eine hohe Nachfrage nach Verfahren und Dienstleistungen, unter anderem für Programme im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Das Segment verfügt über eine gut gefüllte Pipeline von neuen Verträgen und Kundenakquisitionen. Zudem weist es eine hohe Auslastung seiner bestehenden Anlagen aus, während bei neuen Anlagen für Wachstumsprojekte die Produktion hochfährt.

Segment Specialty Ingredients entwickelt sich uneinheitlich

Im Portfolio des Segments LSI entwickelte sich die Nachfrage wegen Covid-19 unterschiedlich. Sehr gefragt waren Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Hygiene sowie Reinigungsmittel und Körperpflege, und auch die Nachfrage nach Vitamin B3 in Futteranwendungen stieg. Dies wurde jedoch durch die schwächere Nachfrage in Industriemärkten teilweise ausgeglichen. Mit Ausnahme eines kleines Teils des operativen Holzbehandlungsgeschäfts blieben im ersten Halbjahr alle Standorte geöffnet. Vorübergehend kam es bei einigen Rohstoffen zu Engpässen. Zudem wurde in Visp (CH) der Betrieb für routinemässige Instandhaltungsarbeiten wie geplant zeitweilig eingestellt.

Microbial Control Solutions verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. Die starke Nachfrage im Geschäft mit Hygieneanwendungen im gewerblichen Bereich sowie Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten wurde durch die gesunkene Nachfrage in den Bereichen Holzschutz, Farben und Beschichtungen sowie Materialschutz teilweise kompensiert. Pflanzenschutzmittel wurden unterschiedlich stark nachgefragt und ihr Umsatz blieb hinter dem des ersten Halbjahres 2019 zurück.

Specialty Chemical Services entwickelte sich über das ganze Portfolio hinweg uneinheitlich. Das insgesamt negative Umsatzwachstum war einem schwierigen externen Umfeld und einer Reihe von Einmaleffekten zuzuschreiben.

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