Sicherheit/Ex-Schutz

Antworten auf aktuelle Fragen in der Anlagensicherheit

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Herr Welsch, warum wird die Entkopplung im Explosionsschutz nicht häufiger angewendet?

Mathias Welsch beantwortet die Frage, warum die Entkopplung im Explosionsschutz nicht häufiger angewendet wird.
Mathias Welsch beantwortet die Frage, warum die Entkopplung im Explosionsschutz nicht häufiger angewendet wird.
(Bild: Fike)

„Bei der Explosionsentkopplung handelt es sich um eine Maßnahme, die ergänzend zur Explosionsunterdrückung, zum Containment oder zur Explosionsdruckentlastung anzuwenden ist. So begrenzt die zunächst kostengünstige Explosionsdruckentlastung den Überdruck im zu schützenden Anlagenteil auf einen erträglichen Wert, verhindert jedoch nicht die Ausbreitung dieses Ereignisses durch angeschlossene Förderwege. Um das Explosionsereignis räumlich zu begrenzen, muss explosionstechnisch entkoppelt werden. Beispiele für solche Schutzsysteme sind Entkopplungsventile, Löschmittelsperren und Rückschlagklappen.

Trotz entsprechender Richtlinien und Verordnungen wird das Thema Entkopplung stiefmütterlich behandelt. Die Gründe können im fehlenden Verständnis von Planern liegen, so glaubt man durch die Druckentlastung das Thema Ex-Schutz erledigt zu haben. Mitunter liegt es an der Fehlbudgetierung oder an der Fehleinschätzung durch Gutachter und andere Experten hinsichtlich der Erfordernisse für eine Entkopplung. Auch fehlt es an der Abstimmung zwischen Komponentenlieferant, Anlagenbauer und Betreiber. Es zahlt sich also aus, bereits früh in der Projekt- oder Anlagenplanung das Thema ganzheitlich zu betrachten.“

Mathias Welsch, Fike Deutschland

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