5. Schüttgutforum

5. Schüttgutforum unter dem Leitthema Pneumatische Förderung – Grundlagen, Anwendung, Problemlösung

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Verschleiß in den Griff bekommen

Die Kosten im Blick hatte auch Prof. Dipl.-Ing. Peter Hilgraf, Claudius Peters Projects; allerdings die, welche jährlich durch Verschleiß entstehen. „Verschleiß ist eine Systemeigenschaft und nicht unbedingt eine Sache des Schüttguts“, lautet sein Credo. „Bevor man in teure Auskleidungen investiert, sollte man immer das System im Auge behalten.“ Dabei gibt es zahlreiche Einflussgrößen, wie Zeit und Dauer, die Geschwindigkeit oder der Partikeldurchmesser. Aber auch der optimale Aufprallwinkel sollte je nach Produkt ganz unterschiedlich gewählt werden. „Es ist ganz wichtig, die Mechanismen zu kennen, die zum Verschleiß führen“, machte Hilgraf deutlich. So kann eine Veränderung des Aufprallwinkels oder der Geschwindigkeit die Lebensdauer der Anlagen nachhaltig erhöhen. Augen auf heißt es auch bei Störstellen in einer pneumatischen Förderleitung, die dazu führen können, dass der Strahl umgelenkt wird und damit der Verschleiß erhöht wird.

Nicht nur im Betrieb, auch beim Start in den pneumatischen Förderprozess lässt sich eine ganze Menge optimieren. Zahlreiche Eintragsorgane, die bekanntesten sind sicher die Zellenradschleuse und das Druckgefäß, stehen bereit, um die Produkte einzuspeisen. Auch hier kommt es auf die Erfahrung der Anlagenbauer an, wie Tobias Weber, Produktmanager pneumatische Förderung von Gericke, erläuterte. Schließlich müssen Druckniveau, ob mit oder ohne Dosierung, konti- oder diskontinuierlicher Betrieb, Platzverhältnisse, Staubdichtigkeit und eine minimale Leckluft berücksichtigt werden. Allein bei der Zellradschleuse gibt es unzählige Varianten, etwa für die schnelle Reinigung in der Lebensmittelindustrie oder für empfindliche/toxische Produkte, oder GMP-gerecht für Pharmabranche, sowie interessante Rotoren. So zeigte Weber Rotoren für klebrige und abrasive Produkte sowie Rotoren mit geschlossenen Seiten und Rotoren mit austauschbaren Blades, die insbesondere für Produkte geeignet sind, die einen Belag auf der Gehäuseseite bilden.

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Verschleißerscheinungen machen auch vor der Messtechnik nicht halt. Daher empfiehlt Jürgen Skowaisa von Vega, bei der Wahl des Füllstandmesssystems nicht nur auf die Anschaffungskosten zu schauen. Denn mit Betrieb und Wartung sind ebenfalls Kosten verbunden. Kapazitative Messverfahren oder geführte Mikrowellen sind vergleichsweise verschleißanfällig und bedürfen regelmäßigen Ausstauschs. Die Ultraschall-Technik misst zwar berührungslos, ist aber bei starken Stäuben und hohen Temperaturen störanfällig. Unter dem Gesichtspunkten Anschaffungskosten, Einsatzbreite, Wartung und Produktionssicherheit sieht Skowaisa die berührungslose Radarmessung als zukunftssicher.

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