5. Schüttgutforum

5. Schüttgutforum unter dem Leitthema Pneumatische Förderung – Grundlagen, Anwendung, Problemlösung

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Die richtige Dosis macht‘s

Eine zentrale Aufgabe beim Handling von Schüttgütern ist das Dosieren. Gerold Rogge von K-Tron ging sogar soweit zu sagen: „Gut Dosieren ist das halbe Verfahren.“ Beim gravimetrischen Dosieren ist die Frage des Nachfüllens der Waage ein Knackpunkt. In diesem Zusammenhang hört Rogge häufig die Forderung: „Ich möchte nur zehn Nachfüllungen in der Stunde.“ Auf den ersten Blick ist diese Forderung auch nachzuvollziehen. Schließlich will man die kontrollierte gravimetrische Dosierung so wenig wie möglich durch das Nachfüllen beeinträchtigen. Rogge hingegen plädiert klar: „Besser viele, kleine Nachfüllungen als ein, zwei große.“ Denn viele Nachfüllintervalle mit kleinen Mengen reduzieren den Einfluss auf die Dosierung.

Entkopplung ist das A und O

Überall wo in der verfahrenstechnischen Produktion Stäube auftreten, müssen sich die Betreiber mit dem Exposionsschutz auseinandersetzen. Können die drei Parameter für die Entstehung einer Explosion – Brennstoff, Zündquelle und Luft-/Sauerstoffgemisch – nicht sicher ausgeschlossen werden, dann muss zwangsläufig auf den konstruktiven Explosionsschutz zurückgegriffen werden. Hierfür stehen drei Wege zur Verfügung:

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  • Explosionsfeste Bauweise
  • Explosionsunterdrückung
  • Explosionsdruckentlastung

Doch gleich für welche Maßnahme sich der Betreiber entscheidet, „das aller wichtigste ist die Explosionsentkopplung.“ Diesen Rat gab Rudi Post von Kidde Brand- und Explosionsschutz dem Auditorium mit auf den Weg. Denn nur so kann verhindert werden, dass die Explosion sich innerhalb der Anlage rasant ausbreitet und so eine enorme zerstörerische Kraft entwickelt. Die Entkopplung kann aktiv und passiv erfolgen. Es stehen Systeme wie Zellradschleusen, Entlastungsschlote, Ventexventile oder Rückschlagklappen zur Verfügung. Wichtig dabei ist, dass all diese Systeme für die jeweilige Anwendung zertifiziert sind. Hierzu sind Betreiber seit 2003 auch gesetzlich verpflichtet.

Ausblick

Dass jedes Produkt so seine besonderen Eigenheiten hat, zeigten die zahlreichen Praxisbeispiele in den Vorträgen. Während die Kunststoffbranche sehr viel Wert auf die schonende Förderung legt, ist der Ex-Schutz an den Chemiestandorten häufig obligatorisch. Und bei der Lebensmittelindustrie steht das hygienische Schüttguthandling an oberster Stelle. Um eine individuelle Lösung für die manchmal unberechenbaren Schüttgüter zu finden, werden auch in Zukunft detaillierte Versuche aber eben auch theoretisches Wissen nötig sein.

* Die Autorin arbeitet als freie Fachjournalistin.

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