Engineering-Aufträge 30 Millionen Euro – Bilfinger freut sich über Neuaufträge aus Energiesektor

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Es ist ein satter Auftragseingang, der insgesamt rund 30 Millionen Euro in die Kassen der Bilfinger VAM Anlagentechnik spült. Im Juli konnte der Industrieanlagen-Spezialist Neuaufträge aus dem Energiesektor an Land ziehen – darunter Engineering und Bau des Druckrohrleitungssystems für ein Wasserkraftwerk in Peru sowie Planung und Errichtung von Fernwärmespeichern an zwei deutschen Standorten.

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Gerhard Schmidt, CEO von Bilfinger Industrial Technologies: „Wir registrieren ein wachsendes Interesse an unserer Fernwärmespeicher-Expertise, denn die Betreiber moderner Kraftwerke stehen vor der Herausforderung, den Strom aus erneuerbarer Energien zu nutzen.“
Gerhard Schmidt, CEO von Bilfinger Industrial Technologies: „Wir registrieren ein wachsendes Interesse an unserer Fernwärmespeicher-Expertise, denn die Betreiber moderner Kraftwerke stehen vor der Herausforderung, den Strom aus erneuerbarer Energien zu nutzen.“
(Bild: Bilfinger Industrial Technologies)

Frankfurt, Wels/Österreich – Für den peruanischen Energieversorger Enersur setzt die Bilfinger Industrial Technologies Tochter erstmalig ein Hydropower-Projekt in Südamerika um. Neben dem Engineering führt Bilfinger VAM Anlagentechnik auch die Rohrfertigung und -montage sowie den Anstrich von insgesamt ca. 2700 Tonnen Druckrohrleitungen mit einem Durchmesser von 1,90 Meter aus.

Insbesondere aufgrund der herausfordernden geologischen Bedingungen am Berg griff der peruanische Stromerzeuger auf die Fachkenntnisse des Bilfinger Unternehmens aus dem österreichischen Wels zurück. Das Engineering läuft bereits. Im November werden die ersten Rohre zur Baustelle ausgeliefert und montiert, Ende 2014 alle Arbeiten abgeschlossen sein.

In Deutschland hat Bilfinger VAM Anlagentechnik zwei neue Aufträge an Kraftwerksstandorten in Nürnberg und Lünen erhalten: Die Gesellschaft ist als Generalunternehmer im Auftrag der N-Ergie Kraftwerke für den Bau eines neuen Zwei-Zonen-Fernwärmespeichers verantwortlich, zudem für die Fernwärmestation der Trianel Kohlekraftwerk Lünen. Das Leistungsspektrum reicht vom Basic- und Detailengineering inklusive Verfahrensverantwortung für Behälter und Rohrleitungen über den Bau und die EMSR-Technik bis hin zur technischen Gebäudeausrüstung.

Fernwärme: Allein in 2013 Aufträge für 30 Millionen Euro aus Deutschland

Seit Jahresbeginn wurde Bilfinger VAM Anlagentechnik alleine in Deutschland mit Fernwärmespeicher-Projekten im Umfang von 30 Millionen Euro beauftragt und positioniert sich damit hierzulande im Energiemarkt als Lösungsanbieter für Planung und Bau der Speicheranlagen. Neben den genannten Projekten ist Bilfinger VAM für die Kunden Fernwärme Ulm (Fernwärme-Druckspeicher und Ausgleichsbehälter), die Stadtwerke Bochum (Heizkraftwerk Hiltrop) sowie für die Stadtwerke München (Heizkraftwerk Freimann) tätig.

„Wir registrieren aktuell bei unseren Kunden ein wachsendes Interesse an unserer Fernwärmespeicher-Expertise, denn die Betreiber moderner Kraftwerke stehen vor der Herausforderung, den Strom aus erneuerbarer Energien zu nutzen“, sagt Gerhard Schmidt, CEO von Bilfinger Industrial Technologies.

Durch die steigende Verfügbarkeit von Wind- und Solarstrom sind Stromanbieter gezwungen, auf witterungsbedingte Einspeiseschwankungen zu reagieren. Fernwärmespeicher gleichen das Über- und Unterangebot im Stromnetz aus. Übersteigt das Stromangebot die Nachfrage, zum Beispiel an wind- bzw. sonnenreichen Tagen, werden die Kraftwerke (KWK-Anlagen) heruntergefahren oder abgeschaltet.

Mit der überschüssigen Energie aus dem Netz wird das Wasser im Speicher aufgeheizt und für die Wärmeversorgung genutzt. Bei Angebotsengpässen wird die Stromproduktion wieder gestartet bzw. hochgefahren. Dabei entsteht als Nebenprodukt Wärme, die das Wasser im Speicher erhitzt und es wiederum für die Wärmeversorgung verfügbar macht. Die bis zu 500 mm starke Ummantelung mit mineralischen Dämmstoffen hält das aufgeheizte Wasser über mehrere Tage hinweg auf einem nahezu konstanten Temperaturniveau.

Auf diese Weise kann mit Hilfe von Fernwärmespeichern die Nutzung von Erneuerbaren Energien sinnvoll mit bereits bestehenden KWK-Anlagen kombiniert werden. In Deutschland stellt der Staat Zuschüsse für Modernisierungsmaßnahmen an KWK-Anlagen bereit. Mit dem neuen KWK-Gesetz von 2012 wurde außerdem ein spezielles Förderprogramm für Wärme- und Kältespeicher eingeführt. Auch in Dänemark werden KWK-Anlagen von der Politik intensiv gefördert, sodass mittlerweile fast alle Anlagen durch Wärmespeicher ergänzt werden konnten.

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