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Galvanische Oberflächenveredlung

Worauf kommt es beim Kauf einer Galvanikanlage an?

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Weitgehende Modularisierung

„Daraus folgt zwangsläufig, dass wir bei so gut wie jedem Auftrag sozusagen einen Maßanzug liefern müssen“, sagt P.-A. Schopfer. Um dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben, entschied man sich dafür, die gesamte Anlagentechnologie soweit wie möglich zu modularisieren. Das hat den Vorteil, dass die einzelnen Module jeweils für sich funktionsfähig sind und problemlos montiert sowie untereinander kombiniert werden können.

Nahezu alle Komponenten wie Gestell, Behälter, Elektronik, Sensoren, Transportsystem, Verrohrung, Magnetventile sowie Entlüftung sind leicht austauschbar und können in unterschiedlichsten Konfigurationen neu kombiniert werden. Natürlich sind hierbei bestimmte Rahmenbedingungen einzuhalten. So bestimmen beispielsweise die Eigenschaften der Badflüssigkeit die Materialwahl für bestimmte Komponenten wie Behandlungs- oder Speicherbehältnisse, wobei neben Edelstahl auch diverse Kunststoffe wie PP, PVDF oder PVC Verwendung finden können.

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Ein praktisch erfahrbarer Nachweis für die Vorteile dieser Modularität fand sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Reportage in der Montagehalle von STS Industrie: Eine komplett in ihre Module zerlegte Galvaniklinie, die im Jahre 2011 an einen Kunden geliefert worden war, der zu einer größeren Firmengruppe gehörte.

Aufgrund einer Neuordnung der Geschäftsstrategie war die Anlage dort nie zum Einsatz gekommen. Sie wurde jetzt zurückgekauft, um aus den Basismodulen sowie weiteren Komponenten eine anders konfigurierte Anlage für einen anderen Kunden herzustellen. In Übereinstimmung mit der STS-Geschäftsphilosophie ergab sich hieraus letztlich eine Win-Win-Situation, von der STS ebenso einen Vorteil hatte wie beide Kunden. Zudem ermöglicht diese Modularität die Realisierung sehr kompakter Lösungen z.B. bei besonders beengten Platzverhältnissen.

Als anschauliches Beispiel für diese Möglichkeiten kann die Reinigungs-/Entfettungsstation (Nr. 17) der Vernickelungsanlage dienen, die sich zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Reportage gerade im Aufbau befand. Die oben angeordnete Behandlungswanne ist mit drei getrennten Vorratsbehältern (Nr. 17A, 17B und 17C) verbunden, die sich in der unteren Etage der Station befinden. Die drei aufeinanderfolgenden Behandlungsschritte laufen so ab, dass für jeden Schritt das zugehörige Bad von unten hochgepumpt und nach Beendigung der jeweiligen Behandlung durch Öffnen des Ablassventils wieder in den zugehörigen Behälter zurückfließt.

Anschließend erfolgt der nächste Behandlungsschritt in gleicher Weise. Nach Abschluss der dritten Behandlung geht es weiter zur nächsten Station. So lassen sich drei Reinigungsbehandlungen in ein und derselben Station durchführen. Ohne diesen Trick wäre es nicht möglich gewesen, die Anlage unter den extrem beengten Platzverhältnissen bei diesem Kunden unterzubringen.

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