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Exklusiv-Interview mit Dr. Wilhelm Otten

„Wir müssen für mehr gegenseitiges Verständnis sorgen“

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Firmen zum Thema

PROCESS: Das hohe Ansehen der Namur stammt von der Kompetenz der Mitarbeiter in den Arbeitskreisen und der daraus entstehenden Namur-Empfehlungen. Wie kann diese Kompetenz bei zunehmender Arbeitsverdichtung der Mitglieder in den Mitgliedsfirmen erhalten bleiben?

Otten: Sie sprechen da eigentlich zwei Trends an. Nämlich den von Ihnen beschriebenen und einen von uns erkannten Gegentrend. Letzterer zeigt, dass unsere Mitglieder immer seltener das benötigte Know-how bei Ansprechpartnern im eigenen Unternehmen finden und daher darauf angewiesen sind, sich mit Kollegen in den Namur-Arbeitskreisen auszutauschen. Dieser gegenläufige Trend führt dazu, dass sich die Arbeit in den Namur-Arbeitsfeldern und -kreisen in den letzten Jahren eher intensiviert hat, weil die Kollegen dort für ihren Arbeitsplatz etwas mitnehmen, was sie früher aufgrund der größeren und besseren Ausstattung im eigenen Unternehmen nicht nötig hatten.

PROCESS: Dann sind die Namur-Empfehlungen quasi ein Abfallprozess des eigenen Lernvorgangs...

Otten: Ganz klar, der Prozess des Zusammentreffens und Austauschens und das Erarbeiten sind genauso wichtig, wie das, was dann hinten als Namur-Empfehlung rauskommt. Letzteres ist ja nur die Verbreiterung des Wissens. Die Kollegen, die in den Arbeitskreisen zusammenkommen, haben dagegen eine ganz andere fachliche Tiefe. Der gegenläufige Trend führt dazu, dass die Namur deutlich an Bedeutung gewinnt.

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