Exklusiv: Covestros Entwicklung in China

Werkstoff-Enabler im Land der Superlative

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Think Big ist in China eben nicht nur eine bevorzugte Management-Philosophie, sondern auch reiner Skaleneffekt. Während Europa das Automobile Zeitalter 2.0 ausruft, sei China bereits deutlich weiter, erklärt Russo. Ab 2020 werden seiner Meinung nach On-Demand-Elektrofahrzeuge zum täglichen Bild zählen und bis 2030 die Automobilität 3.0 entwickeln. Larry Zhao, Co-Founder und Geschäftsführer des 2015 gegründeten Start-ups CHJ Automotive versteht darunter: Car-Sharing-Modelle der Zukunft, autonom umherfahrende kompakte Mini-Fahrzeuge, mit freiem Internetzugang und vielen weiteren Service-Funktionen.

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Nicht nur in Shanghai will Zhao seine Vision in den nächsten vier bis fünf Jahren verwirklichen. In sieben weiteren Städten – darunter Paris, London, Manchester, Florenz, San Franzisco und München – soll es dann ebenfalls losgehen. Schon ab diesem Jahr sollen dafür 8000 smarte Elektrofahrzeuge in die eigene Produktion gehen. Und klar: Covestro will mit seinem Hochleistungskunststoff Polycarbonat oder den Komponenten Polyurethanschaumstoffe, -beschichtungen und -folien oder auch Composites dabei sein. Die komplette Wertschöpfungskette dafür sei jetzt auch in China vorhanden, erklären die Verantwortlichen bei Covestro. Auch in der Batterietechnologie ist man aktiv und entwickelt mit Partnern beispielsweise ein integriertes „Liquid-Cooled-Batterie-Modul“ und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Covestros Marktchancen in der Windenergie

Auch wenn es um nachhaltige und umweltfreundliche Energien geht, ist Covestro ein innovationsfreudiger Partner in China, so etwa bei der Windkraft. Als Kunde konnte man Goldwin gewinnen, einen der ganz großen Player im Wind-Geschäft. Das Unternehmen ist mit inzwischen mehr als 7000 Mitarbeitern die Nummer eins bei der Herstellung von Windrädern in China und schaut auf eine fast 20-jährige Geschichte zurück mit einer installierten Basis von weltweit mehr als 40 Gigawatt. Jetzt will das Unternehmen noch wettbewerbsfähiger werden und eine innovative Technologie für die Herstellung von Rotorblättern für Windkraftanlagen einsetzen, die ein Covestro-Team aus Deutschland, China und Dänemark entwickelt hat.

Die Rotorblätter werden in einem speziellen Verfahren aus einem Polyurethan-Harz und einem Glasfasergewebe hergestellt. Das macht die Rotorblätter deutlich haltbarer, stabiler und leichter, als es mit den konventionellen Epoxidharzen möglich wäre: Rotorblätter-Längen von 150 bis 200 Metern könnten schon bald der Maßstab sein. „Zudem fließt das neue Infusionsharz leichter, benetzt die Glasfasern besser und wird viel schneller hart, was die Produktivität deutlich erhöht“, verrät der Däne Kim Klausen, Leiter des Globalen Wind-Kompetenz-Zentrums des Konzerns. Deutlich geringere Capex-Kosten und eine Halbierung der Produktionszeit halten Experten so für möglich.

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