Exklusiv: Covestros Entwicklung in China

Werkstoff-Enabler im Land der Superlative

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Mehrwert schaffe dabei nicht mehr allein das Material, betont Forschungsleiter Hessler. Das wahre Know-how liege in intelligenten Produktionsprozessen und der anschließenden Weiterverarbeitung zu Werkstoffkombinationen. Längst ermöglichen Verbundwerkstoffe auch in China neue Entwicklungen.

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Selbstbewusst gibt Hessler dann auch zu Protokoll, in seinem Forschungszentrum lerne man inzwischen längst nicht mehr nur von Europäern und Amerikanern, sondern viel mehr von chinesischen Partnern und Kunden. Eine Aussage, die durch beeindruckende Zahlen untermauert wird, denn inzwischen schleusen die Forscher jährlich rund 20.000 Besucher und Kunden durch den Shanghaier Forschungs-Hub. Für Hessler, der bereits seit 15 Jahren in China lebt und arbeitet, steht zweifelsfrei fest, „dass sich kein anderes Land so schnell entwickelt, wie das Land der Morgenröte“. Das gelte auch für den Bereich Digitalisierung, wo sich China gerade einen soliden Vorsprung erarbeite.

Covestros Chancen im Innovationsfeld Mobilität

Was hierzulande unter dem Schlagwort Industrie 4.0 kursiert, treibt China unter der Bezeichnung „China Manufacturing 2025“ voran. Eines der vielen Probleme, die das Land lösen will, ist der Smog in den Städten. Elektromobilität ist deshalb das Zauberwort: Seit 2015 gilt das Land als der weltgrößte Automarkt und seit 2016 mit 507.000 Einheiten als größter Markt für so genannte New Engine Vehikels (kurz NEVs – gemeint sind Elektrofahrzeuge). 2017 stieg die Zahl gar auf 700.000 NEVs. Nach dem Willen der Regierung, sollen bis 2025 sieben Millionen NEVs auf Chinas Straßen rollen.

Einer, der Chinas Automobil-Revolution befördern will, ist der ehemalige Chrysler Manager sowie Gründer und CEO der Automobility Bill Russo. Smartphones treiben seiner Meinung nach die Mobilitätsthemen deutlich an, immerhin gib es rund 800 Millionen Smartphone Nutzer in China. Dabei spielt die Super-App We-Chat eine wichtige Rolle. Russo glaubt, dass dadurch Mobilität demokratischer wird und sieht die westliche Automobilindustrie bereits im Abseits. In den westlichen Konzernzentralen verstehe man offenbar diese Mobilitäts-Treiber nicht, schimpft Russo und bringt dafür das Beispiel des chinesischen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing: Um zu expandieren, hat das Unternehmen bei Investoren frisches Kapital in Höhe von rund 3,4 Milliarden Euro eingesammelt. Bis 2020 sollen eine Million Elektrofahrzeuge auf einer „Driving-as-a-Service-Plattform“ zur Verfügung stehen, obwohl die dafür notwendigen Fahrzeuge noch gar nicht produziert werden.

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Über den Autor

 Gerd Kielburger

Gerd Kielburger

Director International Business & Strategy , Vogel Communications Group GmbH & Co. KG