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Förderprozess-Foren: Schwerpunkt Ex-Schutz

Was tun, wenn’s im Silo brennt?

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Staubexplosionen und Bunkerbrände haben viele Ursachen: Statische Entladungen, heiße Oberflächen, Reibungswärme oder unsachgemäße Schweißarbeiten. Eine Gefahrenquelle nimmt dabei jedoch einen unrühmlichen Spitzenplatz ein: Bei beinahe jeder dritten Staubexplosion sind mechanische Funken die Zündursache. Wo Metall auf Metall reibt oder sich Bauteile aufladen, kann es zur Funkenbildung kommen.

Klaus Rabenstein von Herding kennt das Problem: „Mechanische Funken entstehen bei einer Rela-​tivgeschwindigkeit Rotor/Stator von größer einem Meter pro Sekunde – wenn Sie jetzt hergehen und die Drehzahl reduzieren, haben Sie keine Strömungsmaschine mehr“, weiß der Ex-Schutz-Spezialist. Aber es gibt Abhilfe: Hoch im Kurs auf dem Schüttgut-Forum war die Verwendung geeigneter Werkstoff-Paarungen, die einer Entladung sicher vorbeugen können.

Drei Schritte zu mehr Sicherheit

Wer es jedoch gar nicht erst zur Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre kommen lässt, ist auf der sicheren Seite. So ist es möglich, die brennbaren Substanzen mit nicht brennbaren zu mischen, um insgesamt unter der explosionsfähigen Konzentration zu bleiben. Auch lässt sich die Staubbildung durch eine Reihe konstruktiver Maßnahmen eindämmen. So empfiehlt Reiner Fertig von der Firma Martin ein dreischrittiges Vorgehen:

  • Zunächst muss die mögliche Fallhöhe des Schüttguts auf Förderstrecken oder in Silos reduziert werden (auch durch die Verwendung von Rutschen oder Leitblechen).
  • Förderstrecken, Rutschen und Bänder sind, wo immer möglich, einzuhausen, damit aufgewirbelter Staub nicht nach außen dringen kann.
  • Das Vorsehen von sogenannten Beruhigungszonen, in denen sich der Staub absetzen kann.

Wenn das Schüttgut Feuchte verträgt, kann es durch das Einsprühen von Wasser „niedergenebelt“ werden. Hierbei empfiehlt Fertig, dass die Tropfengröße etwa der Größe der typischen Staubpartikel entsprechen sollte.

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Eine Frage der Atmosphäre

Verbrennungen und Explosionen sind nicht unvermeidbar – eine sauerstoffhaltige Atmosphäre ist dafür ebenso nötig wie zündfähiges Material. So sind bei Sauerstoffkonzentrationen unter 8 % in der Atmosphäre Staubexplosionen ausgeschlossen – nicht aber die Explosion von Rauchgasen (mindestens 4 % O2) oder Glimmnester im Schüttgut, die lediglich 2 % Sauerstoff in der Atmosphäre benötigen. Durch das Einbringen von Inertgas wie Stickstoff kann die O2-Konzentration weit genug gesenkt werden, um eine zündfähige Atmosphäre zu unterdrücken.

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