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7. Schüttgutforum

Was Sie über Schüttgüter wissen sollten

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Ein Filter ist nun einmal ein Verschleißteil. „Ein Inspektionsplan ist unbedingt nötig“, so Kampmeyer. Dazu gehört eine wöchentliche optische Kontrolle ebenso, wie der regelmäßige Austausch des Filters. Abschließend gehört bei explosiblen Schüttgütern die Entwicklung eines sicherheitstechnisches Konzeptes. Hierdurch werden u.a. die ATEX-Zonen innerhalb und ausserhalb des Silofilters definiert und damit der Schutzgrad seiner elektrischen Komponenten sowie die Anforderungen an eine eventuelle Druckstoßfestigkeit.

Silos schützen

In Silos können sich, je nach Lagergut, explosive Atmosphären verschiedener Art auf verschiedene Weisen entwickeln. Wie sich solche Explosionsereignisse verhindern oder durch konstruktive Maßnahmen beherrschbar machen lassen, beschrieb Vincent Großkopf von Thorwesten Vent. „Häufig denkt man an eine Inertisierung, dies ist etwa in Kohlenstaubsilos in einem Stahlwerk möglich, da hier der Stickstoff bereits vorhanden ist“, so Großkopf. Auch in der Pharmaindustrie ist dies denkbar. Aber für den normalen Silobetreiber sind die Kosten hierfür einfach zu hoch. Generell wird sich also nicht vermeiden lassen, dass bei der Lagerung von brennbarem Material mit Staubanteil oder bei Ausgasung in Silos eine explosive Atmosphäre mehr oder weniger häufig auftritt.

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In jedem Fall müssen die Silos geschützt werden, etwa durch den konstruktiven Explosionsschutz, z.B. durch Containment, Explosionsdruckentlastung oder Explosionsunterdrückung. Dabei machte Grosskopf auf einen gefährlichen Trend aufmerksam. So scheint es insbesondere bei Silos für Biomasse keine Grenzen bezüglich Größen zu geben. So sind bei alternativen Brennstoffen wie Holzpellets für die Energieerzeugung Silos mit einem Volumen von 100.000 m³ im Gespräch. „Vielleicht sollten die Erbauer erst einmal schauen, wie Explosionsschutz bei Silos mit einem Volumen von 2000 m³ funktioniert, sonst gibt es böse Überraschungen“, so Großkopf.

Beweissicherung bei technischen Schäden

Ist ein Schaden entstanden, stellt sich die Frage, wie man damit umgeht. Frank Flammer von der Maschinenkanzlei erwähnte zahlreiche Fallstricke. Bei rund 75% der Schadensfälle sind die Gründe in der Entwicklungs- und Planungsphase zu finden, treten dann aber erst spät in der Entwicklung oder "plötzlich und unerwartet" bei der Inbetriebnahme oder während des Betriebs auf. „Wenn man genauer hinschaut, ist der Faktor Zeit für viele dieser Schäden verantwortlich“, erklärt Flammer. Häufig gibt es Zusagen aus dem Vertrieb und der Unternehmensleitung, so dass die Planung zu kurz kommt oder aber die falschen Leute eingesetzt werden. Dies kann zur fachlichen Überforderung führen.

Der Faktor Zeit spielt aber auch eine Rolle bei der Beweissicherung eines technischen Schadenfalls. So müssen meist unmittelbar mehrere Fragestellungen, wie zum Beispiel: die Höhe des Sachschadens, ein möglicher Ausfallschaden, gegebenenfalls Betriebsunterbrechung, die Lösung der rein technischen Problematik und deren Lösungsfindung – unter Zeitdruck beantwortet werden. Sofern eine rechtliche Klärung oder gar ein langwieriger Rechtsstreit angestrebt werden, kommt der Beweispflicht eine sehr hohe Bedeutung zu. Wer jedoch ungeübt im Umgang mit Schäden und deren Abwicklung ist, darüber hinaus noch dem üblichen Zeitdruck unterliegt, läuft Gefahr, hier nicht zu korrigierende Fehler zu machen.

Flammer warnte davor, einen Nichtjuristen als Rechtsberatung heran zu ziehen. „Das wird meist teurer“, so seine Erfahrung. Externe Experten sind forensisch erfahren und können die Ereignisse unabhängig erklären. Auch ging Flammer auf die Frage nach der Schadenhöhe ein und hier tritt insbesondere bei älteren Maschinenparks schnell Ernüchterung ein. „Hier wird fast immer der Zeitwert herangezogen; der Neuwert wird so gut wie nie ersetzt“, macht Flammer abschließend deutlich.

Weiter Information zum Schüttgutforum finden Sie auf unserer Webseite zum Event oder unserem Special Schüttguttechnik.

* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: Sabine.Muehlenkamp@vogel.de.

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