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Exklusiv-Interview

Warum Wassertechnologie-Anbieter auf integrierte Systemlösungen setzen sollten

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„Für einige innovative Techniklinien klafft in Deutschland eine erhebliche Lücke zwischen den Spitzenforschungsergebnissen und ihrer Anwendung in der Praxis.“ Dr. Engelbert Schramm
„Für einige innovative Techniklinien klafft in Deutschland eine erhebliche Lücke zwischen den Spitzenforschungsergebnissen und ihrer Anwendung in der Praxis.“ Dr. Engelbert Schramm
(Bild: JuergenMai.de/ISOE)

PROCESS: Wie schätzen Sie die globalen Marktchancen für die deutsche Wasserwirtschaft ein? Wo sehen Sie Optimierungspotenzial? Welche Leuchtturmprojekte sind aus Ihrer Sicht anzustreben?

Schramm: Technikanbieter aus Deutschland haben sich in den letzten Jahren sehr gut auf dem internationalen Markt gehalten. Der Branchenumsatz ist nach Schätzungen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau gestiegen. Die Firmen sind in vielen Bereichen wettbewerbsfähig. Die Bereiche Wassernutzungseffizienz sowie Wasserverteilung/Kanalisation schneiden gut bzw. sehr gut ab. Herausforderungen bestehen allerdings in den Bereichen Abwasserreinigung, dezentrales Wassermanagement, aber auch Wasseraufbereitung sowie Mess- und Regeltechnik.

Für einige innovative Techniklinien klafft in Deutschland eine erhebliche Lücke zwischen den Spitzenforschungsergebnissen und ihrer Anwendung in der Praxis, z.B. bei den so genannten „Neuartigen Sanitärtechnologien“, die der Fachausschuss KA-1 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall begleitet. Zwar existiert eine Vielzahl von einzelnen Forschungs- und Demonstrationsvorhaben, die aber aufgrund des kleinen Maßstabes Gebäude oder Block kaum Verallgemeinerungen zulassen. Erst Anwendungen auf Quartiers- bzw. Stadtteilebene können als „Leuchtturm“ auch international ausstrahlen und Delegationen aus anderen Ländern von den Leistungen überzeugen.

Hierzu könnte das Bundesforschungsministerium BMBF z.B. eine Begleitforschung zur aktuellen Umsetzung der innovativen Entwässerung im Neubaugebiet „Jenfelder Au“ in Hamburg finanzieren, wo das Versorgungsunternehmen Hamburg Wasser das Abwasser aus fast 800 Haushalten mit innovativer Technologie so trennt und mit Vakuum transportiert, das daraus Biogas gewonnen werden kann.

PROCESS: Herr Dr. Schramm, vielen Dank für das Gespräch.

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