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Edelmetalle und Seltene Erden

Wann lohnt sich Edelmetall-Recycling?

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Das Recycling von Prozesskatalysatoren ist ein alter Hut

In der chemischen/petrochemischen Industrie ist das Recycling von Prozesskatalysatoren längst Alltag. David Vorgerd, BASF, sieht das Katalysator-Recycling vor allem als ökonomische Herausforderung. „Auch ein deaktivierter Katalysator kann noch einen Wert von einigen 100 bis zu 100 000 Euro pro Tonne besitzen.“ Bei der BASF ist ein Drittel des Umsatzes vom Metallpreis abhängig. Daher wird dem Recycling von Edelmetallen aus gebrauchten Edelmetallkatalysatoren besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Bei Katalysatoren, die Übergangsmetalle, wie Kupfer oder Molybdän enthalten, ist die Wirtschaftlichkeit schon deutlich geringer. Generell beschreibt Vorgerd den Katalysator-Markt als teilweise sehr fragmentiert. „Bei Raffinerien weiß man ungefähr, wo der Katalysatoren landet und welche Materialien drin sind. In der Pharma- oder Feinchemie ist das nicht mehr so einfach“, so seine Erfahrung. Gleichzeitig ist es schwierig, zu beurteilen, ob sich ein Recyclingverfahren wirklich lohnt.

Für Vorgerd sind der Zugang zu Abfallströmen, hohe Extraktionsausbeuten für Metalle, niedrige Kosten eines Recyclingprozesses, die Vermarktung von Nebenprodukten und auch der ausreichende Wertanteil im Katalysator ganz entscheidende Komponenten für ein ökonomisches Recycling.

Neben schwankenden Rohstoffpreisen ist eine schnelle Modifikation von Aufbereitungsfabriken nötig. Dies erfordert flexiblere und komplexere Produktionsprozesse. „Wie lohnt sich eine Anlage, wenn sich alle drei Jahre die Zusammensetzung ändert?“, fragt Dr. Ansgar Fendel, Remondis, der als Beispiel die hochlegierten Stähle aus dem Golf 7 nennt: „Bisher wird FE-Schrott aus Fahrzeugen in der Regel zu Baustahl umgewandelt, doch das wird in Zukunft nicht funktionieren, weil dieser dann zu viel Aluminium enthält.“

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