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Prozessindustrie 4.0

Wann entlässt die Revolution ihre Kinder?

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Das Interesse der Kunden ist geweckt

Auf die Bereitschaft der Kunden über neue Technologien zu diskutieren, treffen alle Automatisierungsunternehmen. Das bestätigt die jüngste Umfrage des VDI derzufolge 75 Prozent aller befragten Ingenieure sagen, dass Industrie 4.0 in der Prozessindustrie angekommen sei, und das deckt sich auch mit den Erfahrungen von Martin Reichinger und Andreas Geiss.

Reichinger, Business Manager Process Automation bei B&R, der viele mittelständische Chemie­unternehmen betreut, betont: „Gibt die Geschäftsführung grünes Licht für das Thema Digitalisierung, lässt sich sehr schnell etwas bewegen. In KMUs gibt es in der Regel überschaubare Teams, die Unentschlossene mitnehmen“.

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Ursache und Wirkung

Doch momentan klemmt es an Stellen, die in der hochautomatisierten Produktionslandschaft so ohne Weiteres nicht zu erwarten sind. „Wir diskutieren über Industrie 4.0 und Digitalisierung, aber in Bezug auf die Ausrüstung neuer Anlagen sind wir keinen Schritt vorangekommen.“

Diese harte Erkenntnis hat Roos aus der letzten Namur-Tagung mitgenommen. Die Anlagen seien in vielen Fällen noch gar nicht reif für die Cloud, bestätigt Reichinger. Eine große Hürde liegt also in der Anlagen­struktur und hier in der Feldgeräteinstrumentierung, die in den besten Fällen 3,0 ist, aber oft genug auch noch mit 4...20 mA verdrahtet ist.

Trotz jahrelanger Bemühungen sei selbst der Feldbus offenbar immer noch nicht flächendeckend in der Prozessindustrie angekommen, kritisiert Roos. Auch deshalb erscheint die im neuen Dechema-Whitepaper formulierte Vorstellung eines digital gesteuerten und integrierten Chemiestandortes wie eine ferne Vision.

„Wie will man dezentrale autark produzierende Einheiten im Feld aufbauen, wenn nicht das Problem der dezentralen Massendatenkommunikation und Vernetzung gelöst ist,“ so die kritische Frage des Siemensexperten Geiss.

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