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1. Ex-Schutz-Forum 2013

Von Grundlagen bis zu rechtlichen Aspekten – Ex-Schutz-Forum beantwortet die wichtigsten Fragen

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Ex-geschützte Steuerungstechnik – flexibel und wirtschaftlich

Über die Zündschutzarten sprach Klaus Marth, Produktmanager Steuerungstechnik bei Bartec. „Entscheidend für die Anwendung der passenden Zündschutzart ist, neben der Applikation, dem technischen Umfeld oder der gewünschten Technologie, die Wirtschaftlichkeit der Lösung“, erklärte Marth. Bei Stäuben kommt meist der Schutz durch Gehäuse (IEC/EN 60079-31) zum Einsatz. Dabei wird das Eindringen einer umgebenden Staubatmosphäre in das Gehäuse von elektrischen Betriebsmitteln verhindert, so dass ein hoher Staubschutzgrad staubdicht dauerhaft gewährleistet wird. Dadurch ergibt sich der Vorteil , dass man jede gängige Steuerung einbauen kann.

Auch elektrische Steuerungen zum Einsatz in Staub- und Gas-Ex-Bereichen müssen explosionstechnische und umweltspezifische Einsatzbedingungen erfüllen. Bei der Projektierung werden zudem funktions- und applikationsspezifische Maßgaben berücksichtigt. Ein modulares Bausteinsystem ermöglicht es, einzelne steuerungstechnische Module durchgängig mit Blick auf die Anwenderbedürfnisse zu kombinieren. Voraussetzung hierfür sind Funktionsbausteine, die für eine Explosionsgruppe und Temperaturklasse geprüft sind und über die notwendige Zulassung verfügen. Auf Basis der Kombination „Erhöhte Sicherheit (Ex e)“ und „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ kann daraus eine komplette und bedienerfreundliche Steuerung projektiert und generiert werden.

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Ausbreitung verhindern

Um das Explosionsereignis räumlich zu begrenzen und Ausbreitung zu verhindern, muss explosionstechnisch entkoppelt werden. Beispielhaft für entsprechende Schutzsysteme sind Entkopplungsventile, Löschmittelsperren, Entkopplungsschlote und Rückschlagklappen. Die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen schreiben die Verwendung vor, aber in der Praxis wird das Thema Entkopplung stiefmütterlich behandelt, so die Erfahrung von Matthias Welsch von Fike Deutschland.

„Obwohl es diese Technologie seit Jahren bekannt ist, handelt es sich um einen oft übersehenen Bestandteil des Explosionsschutzes“, so Welsch. Diese verhindert, dass sich eine Explosion über Kanäle oder Rohrleitungen in andere Anlagenteile fortpflanzt. Das Problem ist, dass die Drücke exponentiell ansteigen und Detonationen entstehen können.

Bei den mechanischen Entkopplungsmethoden ist der Schnellschutzschieber eine sehr effektive Methode, auch wenn der Einbau sehr aufwändig ist. Eine andere Methode ist die Löschmittelsperre oder der Bersttopf. Auch Rückschlagklappen haben eine lange Tradition, insbesondere in der Holzindustrie. Heute werden sie in staubfreien Leitungen oder Aspirationsleitungen eingesetzt. „Häufig funktionieren sie jedoch nicht zuverlässig, da die Klappe beim Ereignis pendelt“, begründet Welsch die Entwicklung eines neuen passives mechanisches Explosionsentkopplungssystems, das dieses Problem nicht aufweist.

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