Da theoretische eine Vielzahl von Synthesen möglich ist, untersucht der Forschungsverbund auch die Herstellung höherwertiger Alkohole oder des synthetischen Kraftstoffs OME (Oxylmethylenether). Auch die Herstellung von Kunststoffen oder Düngemitteln ist denkbar.
Entsprechend sind die Methanolproduktion, die Synthese von Alkoholen, die Kunstoffsynthese und die OME-Produktion auf vier einzelne Leistungspakete verteilt, die von den beteiligten Chemiekonzernen (Akzo Nobel, Evonik, Covestro und BASF) koordiniert werden.
Wird die Abgas-Chemie zum Puffer der Enrgie-Wende?
Neben Kohlenmonoxid und CO2 ist Wasserstoff die entscheidende Komponente. Zwar besteht das unbehandelte Kokereigas aus bis zu 61 % Wasserstoff, doch reicht dieser Anteil für die vollständige stoffliche Umsetzung nicht aus. Soll das ganze Potenzial von Carbon2Chem genutzt werden, muss zusätzlicher Wasserstoff eingebracht werden.
„Es macht aber keinen Sinn, Emissionen im Stahlwerk einzusparen, nur damit bei der Wasserstoffgewinnung welche auftreten“, so Dr. Oles. Also muss der Wasserstoff per Elektrolyse mit „grünem“ Strom aus regenerativen Energien gewonnen werden – und genau da zeigt sich ein ganz anderes Potenzial des Projektes: „Die Wasserelektrolyse lässt sich gut steuern – es ist daher vorgesehen, das Carbon2Chem sich netzdienlich verhalten soll und hilft, Spannungsspitzen zu glätten“, erklärt Dr. Oles – So wird die Chemie aus dem Schornstein dank intelligenter Laststeuerung zum Puffer der Energiewende.
Flexible Elektrolysezellen und eine geeignete Laststeuerung zu entwickeln ist eine Schlüsselaufgabe des Projektes. Dabei liegt die Federführung dieser Aufgabe bei der Anlagenbau-Sparte von Thyssenkrupp.