Carbon2Chem

Vom Abgas zum Rohstoff: Carbon2Chem macht Chemie aus CO2

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Doch auch die Herausforderungen sind gewaltig: Die Hüttengase aus der Stahlherstellung sind kein Reinstoff, sondern ein Gemisch aus Stickstoff, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wasserstoff nebst verschiedenster Spurenstoffe, deren exakte Zusammensetzung sich laufend ändern kann.

Alles bereit für die Abgas-Chemie?

Kohlenmonoxid und Wasserstoff – das klingt für Chemiker vertraut. Tatsächlich haben Hüttengase große Ähnlichkeit mit klassischen Synthesegasen. Das ist kein Zufall, baute die Ammoniaksynthese ursprünglich wie zahlreiche frühe Chemieverfahren auf der Kohlevergasung auf – ein Prozess, der in Kokereien und Hochöfen quasi nebenbei abläuft.

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Ist also alles bereit für die Abgas-Chemie? Nicht ganz: immerhin müssen die Rohgas-Gasströme zunächst gereinigt und im richtigen Verhältnis gemischt werden, woran ein Arbeitsteam unter Führung der Gasspezialisten von Linde arbeitet. Metallurgische Rückstände, die die Katalysatoren „vergiften“ könnten, müssen entfernt werden, was eine kontinuierliche Echtzeit-Analyse und -Steuerung nötig macht.

Stoffliche Nutzung

Bis aus Abgas Ammoniak, Methanol oder andere Chemikalien werden, ist es ein weiter Weg: Zunächst müssten geeignete Reaktionswege und Katalysatoren entwickelt werden, erklärt Dr. Markus Oles, Head of Innovation Strategy & Projects bei Thyssenkrupp. Zwar ist der Großteil der Reaktionen bekannt, die Kombination mit industriellen Abgasen und „grünem“ Wasserstoffs betritt jedoch Neuland.

Und nicht nur das: Bisherige Verfahren sind für einen kontinuierlichen Betrieb rund um die Uhr ausgelegt. Schwankungen bei Temperatur, Druck oder der Gas-Zusammensetzung könnten die empfindlichen Katalysatoren irreparabel schädigen.

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