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1965 wurde mit dem Bau der ersten Petrochemie-Anlage begonnen. Der Lohn der Mühe: über 1000 verfahrenstechnische Patente. Als Technologieführer bei Gasanlagen plant, projektiert und errichtet Linde weltweit schlüsselfertige Anlagen auf Spitzenniveau vom Luftzerleger über die Erdgasverflüssigung bis zur Petrochemie. Über 4000 Anlagen gehen bis heute auf das Konto des Unternehmens, darunter der weltgrößte Luftzerleger, errichtet 1997 für Pemex in Mexiko.
Vom Luftzerleger bis zur Druckflasche
Produzieren, bereitstellen und anwenden: 2019 ist Linde für rund ein Viertel der globalen Gase-Produktion verantwortlich, vom Flüssiggas für die Energiewirtschaft über Olefine für die Chemie bis zu medizinischen Gasen. Auch Aufbereitungsprozesse wie Adsorption, Absorption oder kryotechnische Verfahren, etwa zur Reinigung und Vorbehandlung von Erdgas oder zur CO2-Abscheidung gehören selbstverständlich dazu.
1994 wurde in Leuna eines der größten Gase-Zentren Europas in Betrieb genommen. 1999 wird Linde mit der Übernahme der schwedischen AGA zum viertgrößten Anbieter von Industrie- und Medizingasen.
Damit diese zum Verbraucher kommen, bietet die Firma ein breites Spektrum an Bereitstellungslösungen: Kleinere Mengen oder Spezialgase für etwa zwei Millionen Kunden liefert Linde in etwa 25 Millionen Druckflaschen aus. Dafür betreibt das Unternehmen mehr als 450 Füllwerke und 3500 Lastwagen – und glänzt mit technologischen Meilensteinen wie der Genie-Gasflasche aus Komposit-Kunststoff.
Darf’s ein bisschen mehr sein? Für mehr als 50 000 Kunden lautet die Antwort „ja“. Und Linde liefert: 18 Millionen Tonnen tiefkalt verflüssigtes Gas, das mit etwa 3400 Tankwagen ausgefahren wird. Wem das nicht reicht, bleibt die Versorgung aus der Produktion direkt vor Ort. Rund 450 derartige „On-Site“-Anlagen von der Luftzerlegung über die Wasserstoff und Synthesegas-Produktion betreiben die Spezialisten für Großkunden in aller Welt. Andere Anlagen versorgen per Pipeline ganze Industriegebiete. Mit Standardlösungen gibt sich bei Linde niemand zufrieden: Für die On-Site-Produktion setzen die Gasexperten auf modulare Anlagen und haben mit der Produktlinie ECOVAR eine flexible und effiziente Lösung samt passendem Geschäftsmodell im Programm.
Die Gase-Erfolgsstory
Innovation gehört seit fast anderthalb Jahrhunderten zur DNA des Gase-Weltmarktführers: 1873 lässt Carl von Linde seine erste eigene Kältemaschine bauen. 1877 folgt eine verbesserte Version für den Verkauf, die den Grundstock für die Firmengründung legt. Der Einstieg in die Welt der Gase folgt mit der Luftverflüssigung (Patent von 1895) und der so genannten Linde-Luft, einem 50:50-Sauerstoff-Stickstoffgemisch.
1902 wird Lindes Sauerstoffapparat patentiert. Zu diesem Zeitpunkt ist die Versuchsstation in der Nymphenburger Straße für das ständig wachsende Unternehmen längst zu klein geworden: 1901 zieht Linde nach Höllriegelskreuth vor den Toren Münchens. Auch Gasmotoren gehören bald zum Portfolio des Unternehmens. Und obwohl zwei Weltkriege eine Zäsur bedeuten, treibt die Firma von Anfang an ein auf Internationalisierung ausgerichtetes Programm an.
Aus Zwei mach Eines: Linde und Praxair verschmelzen zur Nummer 1 der Gase
Damit beginnt 2019 ein neues Kapitel: Die alte Linde AG fusioniert mit dem US-Gasspezialisten Praxair zur neuen Linde. Durch den 75 Milliarden Euro schweren Merger entsteht der weltgrößte Anbieter von Industriegasen. Von der Elefantenhochzeit versprechen sich die beiden Firmen Synergieeffekte von mehr als einer Milliarde Dollar. Dabei gründen die zukünftigen Partner auf gemeinsame Wurzeln: Praxair wurde 1907 von Carl von Linde als Linde Air Products in Cleveland, Ohio, gegründet, bevor es während des ersten Weltkrieges unter US-Verwaltung kam.
Genehmigung der Wettbewerbsbehörde
Fusion von Linde und Praxair erhält grünes Licht
„Linde wie Praxair sind zwei Player mit individuellen Stärken. Das zusammenzulegen ist für uns alle sehr spannend, sowohl in der Firma als auch außerhalb“, erklärt Mehlan. Denn auch die neue Linde hat es sich zur Aufgabe gemacht, Meilensteine in der Gaseproduktion zu setzen. Und das – wie man es von den gasförmigen Hidden Champions der Prozessindustrie kennt – an Stellen, an denen man es nicht erwartet. Dabei wird das Unternehmen die Stärken beider Firmen bündeln und das bisher getrennte Know-how in gemeinsame Entwicklungen gießen.
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